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Argentinien Sohn von Regimeopfern erfährt nach 40 Jahren wahre Identität

Der Bruder und die Tante des 40-Jährigen, Ramiro Menna und Alma Lanzillotto, halten in Buenos Aires eine Pressekonferenz ab
Identität geklärt: Der Bruder und die Tante des 40-Jährigen, Ramiro Menna und Alma Lanzillotto, halten in Buenos Aires eine Pressekonferenz ab. Die hochgehaltenen Schwarzweißbilder zeigen die Eltern des Arztes.
© Eitan Abramowitsch/AFP
Seine Mutter war während ihrer Schwangerschaft verschleppt worden: Ein Arzt aus Argentinien hat 40 Jahre nach seiner Geburt mithilfe einer DNA-Analyse herausgefunden, wer seine wirklichen Eltern sind.

40 Jahre nach der Verschleppung seiner Eltern durch Schergen der Militärdiktatur (1976-83) hat ein Mann in Argentinien seine wahre Identität herausgefunden. Mittels DNA-Analysen konnte der heute 40-jährige Arzt als der in Haft geborene Sohn der Widerstandskämpferin Ana Maraa Lanzillotto identifiziert werden, wie die Menschenrechtsorganisation "Abuelas de Plaza de Mayo" ("Großmütter des Mai-Platzes") bekanntgab. Lanzillotto war 1976 während ihrer Schwangerschaft verschleppt worden.

Der ebenfalls damals gefangen genommene italienisch-argentinische Vater, Domingo Menna, war ein führendes Mitglied der linken Guerilla "Revolutionäre Volksarmee" (ERP). Beide Eltern wurden mutmaßlich gefoltert und ermordet. Bei dem Arzt handelt sich um das 121. Kind von Opfern der Militärdiktatur, dessen Identität nach der illegalen Abgabe an Pflegeeltern geklärt wurde.

Insgesamt sollen in Argentinien rund 500 Kleinkinder von Verschleppten unter falscher Identität aufgewachsen sein. Um die 10.000 Todesopfer der Diktatur sind identifiziert worden. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass insgesamt rund 30.000 Menschen ermordet wurden.

mad DPA

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