Atomstreit Nordkorea verweigert Gespräche


Die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm geraten erneut ins Stocken: Weil die USA gegen nordkoreanische Firmen vorgehen, will das kommunistische Land nicht länger weiterverhandeln.

Nordkorea hat die USA aufgefordert, die bestehenden Sanktionen gegen nordkoreanische Firmen aufzuheben. Erst dann werde man die internationalen Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm weiterführen. "Es ist unsere Position, dass die Sechs-Länder-Gespräche angesichts der provozierenden US-Sanktionen nicht wiederaufgenommen werden können", hieß es am Dienstag in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Sinmun".

Die USA waren gegen mehrere nordkoreanische Firmen vorgegangen: Ihnen wird vorgeworfen, unter anderem mit Geldwäsche und Drogenhandel das Atomprogramm des Landes zu finanzieren.

USA lehnen Verhandlungen über Sanktionen ab

Nach nordkoreanischen Angaben hatte die US-Seite zugesagt, während der Unterbrechungsphase der Atomgespräche über die Sanktionen zu verhandeln. US-Unterhändler Christopher Hill widersprach dieser Darstellung: Er habe den Nordkoreanern lediglich angeboten, sie über die US-Aktionen zu informieren. Das Vorgehen gegen die nordkoreanischen Firmen sei allerdings eine Frage der Justiz und nicht Teil der Sechs-Parteien-Gespräche.

Ein für Ende der Woche geplantes Treffen von Vertretern der USA und Nordkoreas war abgesagt worden, da sich beide Seiten nicht auf eine Tagesordnung verständigen konnten.

Gespräche unterbrochen

Im September hatte Nordkorea seinen Verzicht auf Atomwaffen zugesagt und eine Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag angekündigt. Als Bedingung sollen die USA vorher das Recht Nordkoreas auf ein ziviles Atomprogramm anerkennen und Leichtwasser-Reaktoren liefern. Dies lehnen die USA ab.

Die Sechser-Gespräche waren im November mit der Erklärung des Gastgebers China unterbrochen worden, dass sich die Teilnehmer auf eine baldige Wiederaufnahme geeinigt hätten. An den Gesprächen über das Atomprogramm sind auch Südkorea, Japan, Russland und China beteiligt.

Reuters/DPA DPA Reuters

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