ATTENTAT Bombenanschlag in Pakistan


Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus sind am Mittwoch in der pakistanischen Stadt Karachi 16 Menschen getötet und mindestens 34 weitere zum Teil schwer verletzt worden.

Vermutlich ein Selbstmordattentäter hat am Mittwoch in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens elf Menschen getötet. Der in einem Auto deponierte Sprengsatz sei in der Nähe eines Busses vor einem Hotel explodiert und habe neun Franzosen und zwei Pakistaner in den Tod gerissen.

»Es war anscheinend ein Selbstmordanschlag«, sagte der Polizeichef der Stadt, Asad Jehangir. Neun Franzosen und zwei Pakistaner seien getötet worden, mehr als 20 Menschen seien verletzt worden. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums bestätigte den Tod von neun Franzosen und sprach von einem Anschlag mit einer Autobombe. Ein Arzt in Karatschi sagte, in sein Krankenhaus seien elf Tote und 17 Verletzte gebracht worden. Die Verletzten seien in einem kritischen Zustand. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Der Sprengsatz sei gegen 8.00 Uhr (Ortszeit, 4.00 Uhr MESZ) hochgegangen, teilte die Polizei mit. Ein ausländischer Diplomat in Pakistan sagte, die Bombe sei explodiert, als ein Auto an dem Bus vorbeigefahren sei. Augenzeugen berichteten, die Explosion habe sich ereignet, als einige der Getöteten in den Bus einsteigen wollten. Andere hätten bereits im Bus gesessen.

Der Bus war in der Nähe des Sheraton-Hotels geparkt, in dem die Franzosen wohnten. Die französischen Behörden bemühten sich um weitere Informationen und die Namen der Opfer, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Paris. Seinen Angaben zufolge waren die getöteten Franzosen bei der Schiffbau-Abteilung des französischen Verteidigungsministeriums beschäftigt. Nach pakistanischen Angaben arbeiteten sie an einem Projekt der pakistanischen Marine mit.Begleiter des neuseeländischen Cricket-Nationalteams, das im Pearl Continental Hotel gegenüber dem Sheraton-Hotel untergebracht war, teilten mit, der Mannschaft sei nichts passiert. Ein Physiotherapeut sei durch umherfliegende Glassplitter am Ellenbogen leicht verletzt worden. Der neuseeländische Cricket-Verband berief die Mannschaft umgehend in die Heimat zurück.

Der Bus war zu einem Skelett ausgebrannt. Rettungskräfte trugen blutende Verletzte weg. Auf der Straße lagen abgetrennte Körperteile. Augenzeugen berichteten, die Explosion habe die Fenster des Restaurants im Sheraton-Hotel zerstört. Tische seien herumgewirbelt worden. Sicherheitskräfte suchten die Umgebung nach einem möglicherweise versteckten zweiten Sprengsatz ab.

In der Wirtschaftsmetropole Karatschi, in der 14 Millionen Menschen leben, war Anfang des Jahres der später getötete US-Reporter Daniel Pearl entführt worden. Im März starben in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bei einem Granaten-Angriff auf eine überwiegend von Ausländern besuchten Kirche fünf Menschen, darunter die Ehefrau und die Tochter eines amerikanischen Diplomaten.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf unterstützt die USA in ihrem Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und die El Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden, den sie hinter den Anschlägen vom 11. September vermuten. Damit hat Musharraf einige radikale Moslemgruppen in seinem Land gegen sich aufgebracht.


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