Ausland Islamische Staaten beraten über Ölboykott


Islamische Staaten wollen nach den Worten des malaysischen Regierungschefs Mahathir Mohamad die Möglichkeit überdenken, Öl als Druckmittel in der Irak-Krise einzusetzen.

Islamische Staaten wollen nach den Worten des malaysischen Regierungschefs Mahathir Mohamad die Möglichkeit überdenken, Öl als Druckmittel in der Irak-Krise einzusetzen. Bei informellen Beratungen von rund 50 hochrangigen Vertretern der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in Kuala Lumpur am Mittwoch habe es über einen solchen Schritt aber keine Einigkeit geben. Er werde beraten, sagte Mahahtir vor Journalisten.

Öl sei eine zweischneidige Waffe

Viele der OIC-Staaten fürchteten negative Auswirkungen eines Ölboykotts, erläuterte der Regierungschef weiter. Öl sei eine zweischneidige Waffe. "Wenn sie nicht richtig eingesetzt wird, könnte sie uns mehr weh tun als der anderen Seite."

Der malaysische Ministerpräsident ist einer der schärfsten Gegner eines Waffengangs gegen das Regime in Bagdad. Das eintägige, informelle Treffen der OIC-Mitglieder fand im Anschluss an den Blockfreien-Gipfel statt, der am Dienstag zu Ende gegangen war.

Blockfreie unterstützen Friedensbewegung

Der malaysische Ministerpräsident Mahathir Mohamad hat als Sprecher der Blockfreien Staaten Krieg als Mittel der Politik kategorisch abgelehnt. Auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des zweitägigen Gipfeltreffens der Organisation in Kuala Lumpur sagte Mahathir am Dienstagabend: "Wir sind gegen Krieg, sei es multilateral oder unilateral. Im Krieg werden Menschen abgeschlachtet. Wir sind gegen das Abschlachten von Menschen, sei es durch das Abwerfen von Bomben oder das abstürzen lassen von Flugzeugen in Gebäude. Wir sind dagegen." Die Blockfreien-Bewegung wolle deshalb die Friedensbewegung in den westlichen Ländern unterstützen, um einen Krieg zu verhindern.

USA wollen nicht weiße Völker beherrschen

Zur Eröffnung des Gipfels hatte Mahathir den USA zudem vorgeworfen, sie hätten den Krieg gegen den Terrorismus zu einem Feldzug zur Beherrschung nicht weißer Völker entarten lassen. Mahathir lobte ausdrücklich den Standpunkt von Frankreich im Sicherheitsrat, der von Deutschland und Russland unterstützt wird und für die Fortsetzung der Rüstungsinspektionen in Irak wirbt. "Malaysia begrüßt die französische Position", sagte er. "Es ist sehr tapfer von Frankreich, sich den USA in dieser Angelegenheit zu widersetzen."

Die Regierungsdelegationen, die mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentierten, hatten in ihrer Abschlusserklärung zuvor Irak aufgefordert, den UN-Auflagen zur Abrüstung nachzukommen. Zugleich forderten sie mehr Zeit für die Inspektionsteams in Irak, dies zu kontrollieren.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker