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Bangkok-Krise: Touristen könnten einen Monat festsitzen

100.000 Touristen und Geschäftsleute können nicht ausreisen, täglich werden es mehr: Die Zustände an den blockierten Flughäfen in Thailands Hauptstadt Bangkog sind chaotisch. Und die Regierung macht kaum Hoffnung. Sie rechnet damit, dass sich der Flugverkehr erst in Wochen normalisieren könnte.

Die thailändische Regierung rechnet bei der Blockade der beiden Flughäfen in Bangkok durch Regierungsgegner noch mit wochenlangen Auswirkungen auf den Flugverkehr. Es dauere möglicherweise einen Monat, den ausländischen Besuchern ihren Heimflug zu ermöglichen, sagte der stellvertretende Regierungschef Olarn Chaiprawat am Samstag auf einer Pressekonferenz. Täglich können die Flugzeuge von rund 30.000 Passagieren wegen der Proteste nicht abheben.

Rund 100.000 Touristen und Geschäftsleute sitzen in Thailand fest. Botschaften mussten sich um hunderte gestrandete Landsleute kümmern, nachdem einigen von ihnen das Geld ausgegangen ist. Zahlreiche ausländische Botschafter drängten bei einer Einladung ins Außenministerium nach Angaben von Teilnehmern auf eine dringende Lösung der Krise.

Flughafen zwei weitere Tage dicht

Bangkoks internationaler Flughafen soll wegen der Blockade durch Regierungsgegner weitere zwei Tage geschlossen bleiben, wie die Betreiber am Samstag mitteilten. Anhänger der regierungsfeindlichen Volksallianz für die Demokratie (PAD) hatten den internationalen Suvarnabhumi-Airport am Dienstag besetzt, um die Rückkehr von Ministerpräsident Somchai Wongsawat von einer Auslandsreise zu verhindern. Einen Tag später legten sie auch den Don-Mueang-Airport für Inlandsflüge lahm. Am Donnerstag verhängte Somchai den Ausnahmezustand über die beiden Flughäfen.

Die Auswirkungen der Proteste auf den Tourismussektor nannte Olarn "gigantisch". Bis zu eine Million Jobs in Thailand seien bedroht. Die Zahl der Besucher falle im kommenden halben Jahr möglicherweise um die Hälfte. Die Einrichtung von Extraflügen von anderen Flughäfen kostet demnach umgerechnet rund 22 Millionen Euro. Regierungchef Somchai warnte, seinem Land drohe bei einer Fortführung der Blockaden internationale Isolierung. Andere Länder verlasse das Vertrauen in Thailand. Laut Olarn sitzen auch rund 50.000 Thailänder im Ausland fest.

Sondermaschine holt Urlauber nach Deutschland zurück

Unterdessen ist eine erste Sondermaschine mit Urlaubern aus Bangkok am Samstag nach Deutschland zurückgekehrt. Die etwa 250 Reisenden waren auf dem Landweg von der thailändischen Hauptstadt nach Phuket gebracht worden, wo sie in die B767-300 der TUI-Tochter Arkefly stiegen, wie eine TUI-Sprecherin mitteilte. Neben Deutschen seien auch Schweizer an Bord gewesen. Die Hälfte der auf dem Flughafen Köln/Bonn gelandeten Urlauber waren Kunden von TUI, der Rest hatte bei anderen Veranstaltern gebucht. Die Sprecherin erklärte, es handele sich nicht um eine vorzeitige Rückreise, die Urlauber hätten am Ende ihrer Ferien in Bangkok festgesessen. Die Chartermaschine werde am Sonntag nach Thailand zurückfliegen, um weitere 250 Reisende aus Phuket abzuholen.

AFP/DPA / DPA