Bhutto-Mord Glückwünsche zum Attentat


Die Partei der ermordeten Bhutto hat Angaben der Regierung zurückgewiesen, wonach der Kriegsherr Baitullah Mehsud für das Attentat verantwortlich sei. Auch ein Sprecher von Mehsud sprach von falscher "Regierungspropaganda", die pakistanische Regierung veröffentlichte dagegen eine Botschaft, in der Mehsud seinen Leuten zum Attentat gratuliert.

Diese Geschichte erscheine fingiert und nicht zutreffend, erklärte Farhatullah Babar, ein Sprecher Pakistanischen Volkspartei (PPP). Die Regierung versuche damit abzulenken. Ein Sprecher des Kriegsherrn Mehsud widersprach den Regierungsangaben ebenfalls und sprach von einem Ablenkungsmanöver. Bhutto habe der Regierung in der Vergangenheit von "Elementen" außerhalb der Al Kaida berichtet, die sie gefährden könnten, doch sei diesbezüglich nie ermittelt worden, sagte Parteisprecher Babar. Ein Sprecher Mehsuds wies die Anschuldigung in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur als "Regierungspropaganda" zurück.

"Wir bestreiten das entschieden. Baitullah Mehsud ist nicht in den Tod Benazir Bhuttos verwickelt", sagte er am Telefon. Mehsud lebt in der Nähe der pakistanisch-afghanischen Grenze und ist Befehlshaber einer Pro-Taliban-Miliz. Die Regierung wolle mit ihrer Anschuldigung nur von den "wahren Mördern ablenken", sagte Maulana Mohammed Umer, der sich aus der Stammesregion Süd-Waziristan meldete. Umer ist Sprecher der vor kurzem gegründeten Gruppe Tehrik-i-Taliban, einer Koalition islamischer Extremisten, die gegen die mit den USA verbündete pakistanische Regierung kämpft. Die Gruppe wird von Mehsud angeführt.

Angebliche Botschaft Mehsuds

"Tatsache ist, dass wir nur gegen Amerika kämpfen. Wir betrachten die politischen Führer Pakistans nicht als unsere Feinde", sagte Umer. Er stelle die Position seiner Gruppe im Auftrag Mehsuds klar, fügte er hinzu. Die pakistanische Regierung hatte erklärt, sie habe Beweise, dass Al Kaida und Taliban hinter dem Selbstmordanschlag steckten. Die Regierung habe eine Botschaft Mehsuds abgefangen, in der dieser seinen Leuten zur Ausführung des Attentats gratulierte. Laut der veröffentlichten Abschrift dieser Botschaft sagte Mehsud: "Das war eine eindrucksvolle Arbeit. Es waren sehr mutige Jungs, die sie (Bhuttto) getötet haben." Die Regierung bezeichnete Mehsud als einen Führer von Al Kaida. Mehsud steckt nach Regierungsangaben auch hinter dem Anschlag vom 18. Oktober auf eine Parade nach der Rückkehr Bhuttos aus dem Exil. Dabei waren damals mehr als 140 Menschen getötet worden; Bhutto selbst blieb unverletzt. Bhutto wurde am Donnerstag bei einem Attentat getötet. Am Freitag wurde sie unter der Anteilnahme Hunderttausender im Mausoleum ihrer Familie an der Seite ihres ebenfalls ermordeten Vaters beigesetzt. Begleitet waren die Feierlichkeiten von schweren Unruhen im ganzen Land, die mindestens 27 Menschen das Leben kosteten.


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