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Bin-Laden-Vize: Al Kaida will Ölraffinerien angreifen

Eiman al Sawahiri, Stellvertreter von al Kaida-Führer Osama bin Laden, hat zu Anschlägen auf Ölanlagen aufgerufen. Die Videobotschaft wurde vom Fernsehsender al Dschasira ausgestrahlt.

Das Terrornetzwerk al Kaida hat islamistische Extremisten in aller Welt zu Angriffen auf Ölanlagen aufgerufen. In einer Video-Botschaft, die der arabische Nachrichtensender al Dschasira am Mittwoch ausstrahlte, betonte der zweite Mann an der Spitze von al Kaida, Eiman al Sawahiri, außerdem al Kaida-Anführer Osama bin Laden sei noch am Leben und führe weiterhin das Kommando im "Heiligen Krieg".

Al Sawahiri erklärt in der Aufnahme nach Angaben des Senders, dass er diese Botschaft zum vierten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 verbreite: "Ich rufe die Gotteskrieger auf, sich bei ihren Aktionen auf das gestohlen Öl zu konzentrieren, denn die Gewinne kommen größtenteils den Feinden des Islam zu Gute. Deshalb sollt ihr es nicht den Plünderern überlassen, die unsere Länder regieren." Das Herrscherhaus von Saudi-Arabien hat in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Angaben viel Geld in die Sicherheitsvorkehrungen für die heimische Ölindustrie investiert.

Erneutes Bekenntnis zu Londoner Anschlägen

Erneut bekannte sich al Sawawiri in dem Videoband im Namen von al Kaida zu den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn vom Juli dieses Jahres. Damals hatten vier Selbstmordattentäter 52 Menschen getötet. Al Sawahiri schmähte die irakische Übergangsregierung und äußerte sich hämisch über die Verluste der US-Armee im Irak.

Al Sawahiri, ein Arzt aus Ägypten, gehört zusammen mit Osama bin Laden und dem Anführer der Terrorgruppe al Kaida im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, zu den meistgesuchten Terroristen weltweit. Einige Terrorismusexperten glauben jedoch, dass die Führung des Netzwerks um Bin Laden und al Sawahiri seit den Flugzeugattentaten vom 11. September 2001 in den USA kaum noch aktiv an der Planung von Terroranschlägen beteiligt ist, sondern sich angesichts des Fahndungsdrucks mehr um das eigene Überleben kümmert. Die al Kaida-Spitze soll mit früheren Anschlägen und mit ihrer menschenverachtenden Ideologie jedoch Terrorzellen in mehreren Staaten zu Bluttaten angetrieben haben.

DPA / DPA