Briefmarken Marken-Zeichen der UN

Im Jahr 1950 verliehen sich die Vereinten Nationen selbst das Recht, Briefmarken herauszugeben. Seit der ersten Ausgabe 1951 sind über 1000 UN-Briefmarken erschienen.

Sie sind weder ein eigenständiges Land, noch verfügen sie über ein Hoheitsgebiet. Und doch dürfen die Vereinten Nationen, was sonst nur Staaten zusteht: Papierstückchen bunt bedrucken und ihnen damit einen eigenständigen Wert verleihen. Das Recht, Briefmarken herauszugeben, verleihen sie sich selbst im Jahr 1950, als mit der Resolution der Generalversammlung 454 (V) der Generalsekretär ermächtigt wird, ein Abkommen mit dem Postministerium der USA zu schließen.

Fortan dürfen mit UN-Marken frankierte Postsendungen in alle Welt verschickt werden - aber nur, wenn sie auf dem Postamt im New Yorker Hauptquartier der UN (UNPA) aufgegeben wurden. Der US Postal Service erhält für jeden beförderten Brief eine Aufwandsentschädigung aus der eigens für diesen Zweck eingerichteten "Portokasse" der Vereinten Nationen.

Die Briefmarken der UN

sind weltweit die einzigen, die in drei verschiedenen Landeswährungen erscheinen. Denn seit 1969 besteht ein weiteres Abkommen mit der Schweizer Post für das UN-Quartier in Genf und seit 1979 mit der österreichischen Bundesregierung für den Sitz der Vereinten Nationen in Wien. In den meisten Fällen erscheinen neue Marken zeit- und motivgleich in allen drei Ausgabestellen, der einzige Unterschied besteht im Aufdruck der jeweiligen Beträge - in US-Dollar für New York, in Schweizer Franken für Genf sowie in Euro für Wien. Vor 2002 waren es österreichische Schilling.

Urlaubspostkarten kann man mit den UN-Marken nicht frankieren, aber man kann sie sich via Internet bestellen und ins Haus schicken lassen. Die kleinen Kunstwerke sind oft von Künstlern gestaltet. Gedruckt werden sie überall auf der Welt, in staatlichen wie auch in privaten Druckereien. Dabei unterliegen sie denselben strengen Sicherheitsstandards, die auch für Banknoten gelten. Fälschern wird keine Chance gegeben.

Die Themen der Bilder

spiegeln die Zeit ihrer Erscheinung wider. Frühe Marken behandeln die Charta der Vereinten Nationen oder die Menschenrechte (1952). In den sechziger Jahren zeigen die Marken Motive wie die friedliche Nutzung des Weltraumes (1962) oder thematisieren den Atomwaffensperrvertrag (1964). Die achtziger Jahre machen Obdachlosigkeit und Drogenmissbrauch (1987) zum Markenzeichen, aber auch die Gesundheit durch Sport (1988). 1990 beherrscht Aids nicht nur die öffentliche Diskussion, sondern wird auch zum Motiv einer UN-Marke. In den vergangenen Jahren behandeln die Motive immer öfter Umweltthemen. Derzeitiger Bestseller ist die Serie zu den gefährdeten Arten, die seit 1993 stets ergänzt wird - die traurige Bilanz aussterbender Tier- und Pflanzengattungen.

Zurzeit gibt es ein Album, das schon Kinder für das Sammeln der Marken begeistern soll. Die Hauptfigur ist E.T., der Außerirdische aus dem gleichnamigen Hollywood-Film. Sein Schöpfer Steven Spielberg schrieb das Vorwort, und das knubbelige Männchen aus dem All führt Seite für Seite die Kinder auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Vereinten Nationen. Zu sammeln gibt es viel. Seit der ersten Ausgabe 1951 sind über 1000 UN-Briefmarken erschienen. Und das jüngste Mitglied der Vereinten Briefmarken-Familie, eine von vier neuen Marken der New-York-Dauerserie, die am 28. März erscheinen, wird wieder einmal eine kleine Sensation - die 70-Cent-Marke wird erstmals mit einem Hologramm versehen sein.

Angelika Franz print

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