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So folterte die CIA Waterboarding, Schlafentzug, Scheinbeerdigungen


Sie wurden geschlagen und scheinertränkt, ihnen wurde ein Penis vor das Gesicht gehalten. "Harsche" Verhörmethoden wie diese prangert der US-Folterbericht an. Die Phantasien kannte dabei kaum Grenzen.

Drei Meter Bücher hatten sich schnell im Pentagon angesammelt. Darin: alles über die neuen, harschen Verhörtechniken, mit denen die USA Geständnisse aus ihren zahllosen Gefangenen herauspressen wollten. Was jahrelang geheim gehalten wurde, hat die USA nun in einer Zusammenfassung und unter großen Geburtswehen veröffentlicht. Der Folterbericht, ohnehin schon zensiert, enthält derartig erschütternde Details, dass die Regierung in Washington Unruhen vor allem in der arabischen Welt befürchtet.

Der stern hatte 2009 bereits in einer preisgekrönten Dokumentation Einzelheiten der Folterpraktiken beschrieben, die Sie hier noch einmal zusammengefasst nachlesen können.

Inspiration bei Russen und Chinesen

Grundlage für die Verhörmethoden bildet das amerikanische SERE-Programm (für Survival, Evasion, Resistance, Escape), das wiederum auf den Verhörmethoden der Russen und Chinesen basiert. Es wird US-Agenten an die Hand gegeben, um bei feindlichen Befragungen besser gerüstet zu sein. Die US-Regierung hat sie in den Jahren des Afghanistan- und Irak-Kriegs kurzerhand als "Inspirationsquelle" für eigene Verhörmethoden benutzt, die nach offizieller Sprachregelung allerdings nie als Folter bezeichnet wurden, beziehungsweise werden durften.

Folgende Methoden zur Informationsgewinnung, die laut des Folterberichts nicht sonderlich ergiebig waren, hat der sterndokumentiert. Die Gefangenen wurden:

  • gefesselt
  • erniedrigt
  • nackt ausgezogen
  • extrem kalten und extrem warmen Temperaturen ausgesetzt
  • mit lautstarker Musik bombardiert
  • in Holzkisten zum Schein beerdigt
  • körperlich misshandelt
  • durch Hunde eingeschüchtert
  • 28 Stunden lang verhört
  • gegen die Wand geschleudert

Für die Praktiken werden genaue Vorgaben gemacht, an die sich die Verhörspezialisten laut des Folterberichts aber nicht immer halten.

  • So dürfen die Gefangenen geschlagen werden - ins Gesicht und in den Unterleib, nur mit der flachen Hand, die Finger dabei leicht gespreizt, Ringe und anderer Schmuck sind auszuziehen.
  • Schlafentzug darf nicht länger als elf Tage am Stück dauern
  • Waterboarding, das simulierte Ertränken, darf pro Anwendung nur 20 bis 40 Sekunden dauern, nicht öfter als sechsmal hintereinander, und nicht länger als zwei Stunden insgesamt.
  • Die Wassertemperatur beim Abspritzen der Gefangenen darf nicht kälter als fünf Grad sein
  • Stehen am Stück darf nicht länger als vier Stunden dauern

"Der Penis ist Dein wahrer Gott"

Darüber gibt es Berichte darüber, dass Gefangenen die Hose herunter gezogen, und mit einer leeren Plastikflasche auf das Gesäß geschlagen wurde. Ein Verhörmann hat mindestens einmal seinen Penis herausgeholt und zu einem Gefangenen gesagt: Das ist dein wahrer Gott. Psychologen haben den Gefangenen damit gedroht, die Familie zu behelligen: Wir werden deine Kinder töten, deine Frau vergewaltigen. Sie sagen ihm die Namen seiner Kinder und seiner Frau. Sie zeigen ihm auf Satellitenfotos, wo sie sich gerade aufhalten.

Anderen Gefangenen wurden Frauenslips über die Köpfe gestülpt, an Bettgestelle gekettet, an Leinen gebunden, zum Masturbieren gezwungen, mit Elektroden zum Schein hingerichtet - ein Kreislauf aus Erniedrigung, Folter und Todesangst.

nik

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