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Deflation in Japan Notenbank stockt günstige Kredite auf


Um eine weitere Verteuerung des Yen entgegen zu wirken, hat die japanische Notenbank ihre Geldpolitik weiter gelockert.

Die japanische Notenbank hat dem Druck der Regierung nachgegeben und ihre Geldpolitik gelockert, um der Verteuerung des Yen Zügel anzulegen. In einer Sondersitzung entschied sie sich am Montag aber nur für einen moderaten Schritt und behielt sich schärfere Maßnahmen vor. Damit liegt der Ball wieder im Feld der Regierung. Ministerpräsident Naoto Kan traf sich unmittelbar nach der geldpolitischen Entscheidung mit dem Chef der Bank of Japan, Masaaki Shirakawa. Anschließend sollten die Minister für Wirtschaft und Finanzen noch einmal mit dem Regierungschef beraten. Vize-Finanzminister Naoki Minezaki schloss weitere Konjunkturimpulse des Staates nicht mehr aus.

Die Zentralbank weitete ihre Finanzierungshilfen für Banken um rund 93 Milliarden Euro aus. Das Volumen des Ende 2009 eingerichteten Programmes erhöht sich damit auf 280 Milliarden Euro. Das Geld wird für drei Monate zu einem festen Zinssatz von 0,1 Prozent angeboten. Dazu richtet die Notenbank die Möglichkeit ein, solche Kredite für eine Laufzeit von sechs Monaten zu erhalten. Von den Mitteln stehen 93 Milliarden Euro für die längere Leihdauer bereit. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig; ein Zentralbanker stimmte dagegen. Den Zinssatz ließen die Geldpolitiker wie erwartet bei 0,1 Prozent.

"Die Entscheidung der Notenbank betrifft wie erwartet die Liquidität, umfasst aber keine Ausweitung der Anleihekäufe", sagte Andy Ji, Währungsstratege bei der Royal Bank of Scotland in Singapur. "Damit ist sie eher halbherzig und zeigt, dass die Zentralbank weiter dem Druck der Regierung widersteht. Nun ist wieder die Regierung an der Reihe."

Der Höhenflug des Yen bedroht die ohnehin fragile Erholung der exportorientierten Volkswirtschaft. Analysten rechneten aber nicht damit, dass die Ausweitung des Kreditangebots das Ziel erreicht und zu einem sinkenden Kurs des Yen führt. Nach einem nur kurzfristigen Rückgang kehrte die Währung am Montag zu ihren Tageshoch zurück, was die Börse belastete. Japanische Politiker haben jüngst signalisiert, womöglich zu Gunsten des Dollar am Devisenmarkt zu intervenieren. Ein solcher Alleingang dürfte aber aussichtslos sein.

Reuters Reuters

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