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Deutsche Geiseln im Irak: Kidnapper drohen mit Ermordung

Der arabische Sender Al Dschasira hat am Dienstag ein neues Video mit den im Irak verschleppten deutschen Geiseln ausgestrahlt. Darin stellten die Kidnapper zwar keine neuen Forderungen - aber erstmals auch ein Ultimatum.

Von den beiden im Irak entführten deutschen Ingenieuren gibt es nach ZDF-Informationen ein neues Lebenszeichen. Das ZDF berichtete am Dienstagabend, der arabische Fernsehsender Al-Dschasira habe ein Video mit den beiden Deutschen ausgestrahlt. Es ist das zweite Lebenszeichen der beiden Deutschen, bereits am Freitag hatten Al-Dschasira und das ZDF ein Video mit Bildern der vor einer Woche verschleppten Deutschen gezeigt.

Erstes Ultimatum: Noch 72 Stunden

In der ZDF-Nachrichtensendung "heute" wurde vom zweiten Band allerdings "nur" ein Standbild gezeigt. Wegen des "entwürdigenden Charakters" des Videos nahm der TV-Sender von einer Ausstrahlung des Bandes Abstand. Wie beim ersten Mal sitzen die Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke auf dem Boden vor mehreren Bewaffneten.. Diese verlasen auf arabisch ihre Forderungen, die gleichen wie beim ersten Mal: So forderten die Kidnapper die Bundesregierung erneut auf, die deutsche Botschaft in Bagdad zu schließen, alle deutschen Firmen aus dem Land abzuziehen und die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einzustellen.

Doch erstmals stellten die Kidnapper auch ein Ultimatum. Genau 72 Stunden hat die Bundesregierung nun für die Erfüllung der von den Entführern gestellten Bedingungen. Sonst würden die beiden Geiseln ermordet. Laut Al-Dschasira gehören die Entführer der bislang unbekannten Gruppe Tawhid und Sunnah Brigaden an. Auch ZDF-Terrorismusexperte Elmar Thevessen glaubt nicht mehr an eine nur aus Geldgier handelnde Gruppe: "Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei den Entführern um eine professionelle Gruppe handelt - leider." Die Deutschen waren am Dienstag vor einer Woche in der nordirakischen Stadt Badschi verschleppt worden.

mit Reuters, AP / AP
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