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Amoklauf an US-Schule: Trumps "Cowboy-Mentalität": Bewaffnete Lehrer sollen Bonus erhalten

Donald Trump zieht aus dem Amoklauf an einer High School in Florida seine ganz eigenen Schlüsse: Er will Lehrer bewaffnen und stellt ihnen dafür eine Prämie in Aussicht. Ein Experte spricht von "Cowboy-Mentalität" und sagt: "Das ist absurd."

Donald Trump zieht aus dem Schulmassaker in Florida seine eigenen Schlüsse: Er will Lehrer bewaffnen.

Donald Trump will Schule zu "harten Zielen" hochrüsten und schlägt vor: Bewaffnet die Lehrer.

Donald Trumps Antwort auf Amokläufe an Schulen ist: Waffen in den Klassenräumen. Lehrer sollten nach Ansicht des US-Präsidenten Waffen tragen. Trump glaubt, das könne Attacken auf Schulen verhindern. "Diese Menschen (die Amokläufer; Anm.d.Red.) sind Feiglinge", sagte er am Donnerstag im Weißen Haus, "sie werden keine Schule betreten, wenn 20 Prozent der Lehrer eine Waffe tragen. Oder 10 Prozent. Oder vielleicht 40 Prozent."

Trumps Vorschlag also: Lehrer sollten ihre Waffen verdeckt tragen - "niemand würde wissen, wer sie sind" - und dafür einen Bonus erhalten. Einige Medien übersetzten "Bonus" mit Gehaltserhöhung. Bewaffnete Lehrer seien viel günstiger als zusätzliche Sicherheitskräfte, sie könnten auch schneller agieren als die Polizei. "Anstatt damit zu werben, dass diese Schule ohne Waffen auskommt, lasst die Leute das Gegenteil wissen. Dann wird niemand die Schule angreifen, glaubt mir. Weil diese Menschen Feiglinge sind, sie wollen nicht, dass man auf sie schießt. Aber man wird auf sie schießen." Das Video mit Passagen seiner Rede verbreitete der US-Präsident über seinen Twitter-Kanal. 

Nach den Worten seines Sprechers glaubt Trump fest daran, für eine Bewaffnung einer bestimmten Gruppe von Lehrern genügend Unterstützung im Land zu erhalten. Unter anderem sei die Waffenlobby NRA dafür. Die Waffenlobby hatte Trumps Wahlkampf für das Präsidentenamt mit 30 Millionen Dollar unterstützt. 

Donald Trump und die Waffen: "Cowboy-Mentalität"

Der Kriminologe Christian Pfeiffer hingegen kritisiert die Idee des Präsidenten stark. "Dem amerikanischen Präsidenten fällt mit seiner Cowboy-Mentalität nichts Besseres ein, als den Lehrern Waffen in die Hand zu drücken. Das ist absurd", sagte Pfeiffer im Interview der "Passauer Neuen Presse". Gegen einen Amokläufer habe auch ein überraschter Lehrer keine Chance. "Der beste Weg aus der Gewalt heraus ist, in den USA endlich das elterliche Züchtigungsrecht und das Recht der Lehrer zu schlagen, abzuschaffen."

Denn Pfeiffer sieht die Ursache für die Gewalt in den USA darin, "dass Kinder dort extrem häufig geschlagen werden". Viele Eltern seien der Ansicht, dass Prügel ab und zu dazugehöre. In 19 US-Bundesstaaten dürften Lehrer ihre Schüler schlagen. "Bei den Kindern entsteht da ein Ohnmachtsgefühl", sagte Pfeiffer laut Bericht - und Waffen, die in den USA leicht zu bekommen seien, verliehen ihnen dann ein "Gefühl von Macht".

Trump hatte rund eine Woche nach dem Amoklauf an einer High School in Florida mit 17 Todesopfern im Wesentlichen fünf Punkte genannt, um auf Schulangriffe zu reagieren: die Bewaffnung bestimmter Lehrer, schärfere Sicherheitsprüfungen von Käufern, das höhere Mindestalter von 21 für den Erwerb von Gewehren, ein Verbot von Schnellfeuerkolben und einen besseren Umgang mit psychischen Problemen.

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pg / DPA