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Umstrittener US-Präsident: Englisch-Professor wählte Trump: Das denkt er jetzt

Donald Trump hat in den ersten Wochen seiner Amtszeit in den USA und der Welt für mächtig Aufruhr gesorgt. Mark Bauerlein hatte Trump im Wahlkampf unterstützt. Doch was hält der Englisch-Professor jetzt von seinem Präsidenten?

US-Präsident Donald Trump

"Leute sagen dumme Sachen": US-Präsident Donald Trump in Washington.

Mehr als 62 Millionen US-Bürger haben am 8. November vergangenen Jahres Donald Trump gewählt. Auch wenn er fast drei Millionen Stimmen weniger erhielt als seine Rivalin Hillary Clinton, belegt die Zahl einen gewaltigen Rückhalt für den Republikaner im amerikanischen Volk. Das war vor Trumps Amtsübernahme. Seit dem 20. Januar hat der 45. US-Präsident mit seiner Dekret-Politik und seinem Regierungsstil so manchen Anhänger verprellt. Der Twitter-Account Trump_Regrets, der Kurzbotschaften enttäuschter Trump-Wähler retweetet, hat mittlerweile 215.000 Follower.

"So redet man einfach nicht an einem überfüllten Ort"

Auch Mark Bauerlein hat Donald Trump gewählt - und das, obwohl der 58-Jährige zu der im Allgemeinen liberalen Riege von Hochschulprofessoren, Autoren und Intellektuellen zählt. Bauerlein ist Professor für Englisch an der Emory-Universität in Druid Hills, einem Vorort von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Der konvertierte Katholik hatte Trumps Kandidatur als Antwort auf die politische Korrektheit gepriesen, die er für äußerst schädlich für die amerikanische Gesellschaft hält. Bauerlein ist zudem leitender Redakteur bei dem konservativen, religiösen Magazin "First Things". Im November 2014 schilderte er dort anhand eines Erlebnisses in einem Flugzeug, wie sehr ihn Vulgärausdrücke und Obszönitäten stören. "So redet man einfach nicht an einem überfüllten Ort", schrieb er. Und: "Wenn wir Obszönitäten an abgeschlossenen öffentlichen Orten hören, sollten wir das Gewissen als einen Verbündeten gegen Herabwürdigungen begreifen."

Nun, da Donald Trump seit fast drei Wochen die politische Landschaft in den USA durcheinanderwirbelt, wollte der Journalist Isaac Chotiner in einem Interview für das Online-Magazin "Slate wissen, wie Bauerlein das Verhalten des US-Präsidenten bewertet. "Er ist schnoddrig, er ist ungehobelt, er ist Teil der wilden New Yorker Immobilienwelt. Er befindet sich in Vertragsverhandlungen und großes Geld steht auf dem Spiel", rechtfertigte der Vulgaritäten-Gegner Trumps Auftreten. Es sei problematisch, dass wir heute in einer "verdammt nachtragenden" Gesellschaft lebten. "Leute sagen dumme Sachen, sie machen dumme Witze und wir filmen sie und demütigen sie und beschämen sie." Das sei für ihn eine Perversion des Liberalismus.

"Donald Trump ist ein altmodischer Patriot"

Trumps Einreisestopp für Personen aus bestimmten islamischen Ländern betrachtet Bauerlein zwar mit Skepsis, baut aber darauf, dass es in der Regierung Leute gebe, die falls nötig ein zu drastisches Vorgehen verhindern und für mehr Flexibilität und Menschlichkeit sorgen würden. "Ich vertraue der Regierung", versicherte Bauerlein in dem Interview. Für Trumps Feindselige Einstellung zu Muslimen zeigte er Verständnis: Nach Ansicht des Präsidenten gebe es ernsthafte religiöse Probleme, die zu Bedrohungen werden könnten, sagte der Professor. "Donald Trump ist der altmodische Patriot, der glaubt, dass, wenn du in dieses Land kommst, du in dem Schmelztiegel verschmilzt.

Dass Donald Trump überhaupt an der Regierung ist, liegt nach Ansicht von Bauerlein auch daran, dass die USA seit fast zwanzig Jahren eine Führungskrise hätten. Die Leute glaubten, dass diejenigen, die an der Macht seien, zunehmend abgehoben seien, erklärte der Professor. Die politische Klasse in den USA sei eine eigenständige Gruppe mit ihren eigenen Interessen. Und diese Interessen unterschieden sich von denen eines jeden, der außerhalb des politischen Establishments lebe.

Wohin die USA unter Trump steuern, mochte Bauerlein nicht vorhersagen: "Ich habe keine Ahnung, wo wir in einem Jahr sein werden", sagte er. "Ich sehe keine Lehren aus der Vergangenheit, die ich auf die nächsten fünf Jahre anwenden kann. Es ist ein völlig neuer historischer Moment, in dem wir uns befinden."

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