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Audioaufnahme aufgetaucht: Mikro aus Versehen nicht ausgeschaltet: Wie zwei Senatoren über Trump lästerten

Dank einem nicht ausgeschalteten Mikrofon weiß die ganze Welt jetzt, was die Senatoren Susan Collins und Jack Reed von Donald Trump halten. In einem vermeintlich privaten Gespräch lästerten sie ungeniert über den Präsidenten und andere Angeordnete.

Die Senatorin Susan Collins an der Seite von Donald Trump

Die Senatorin Susan Collins (l.) an der Seite von Donald Trump

Nach einer Sitzung des Unterausschusses des US-Senats am Dienstagmorgen hielten die Abgeordnete Susan Collins und ihr Kollege Jack Reed noch einen kleinen Plausch ab. Im Glauben, unbeobachtet zu sein, lästerten die beiden völlig ungeniert über ihren Präsidenten Donald Trump. Doch einer ihrer Sitznachbarn hatte wohl vergessen, sein Mikrofon auszuschalten. Das Gerät zeichnete die Unterhaltung auf. Nur wenige Stunden nach der Anhörung wurde die Aufnahme auch schon der US-Zeitung "The Washington Post" zugespielt. 

Darauf ist zu hören, wie Collins und Reed über den Bundeshaushalt diskutieren. Die Senatorin aus Main beschwert sich über Trumps mangelnde Kenntnisse der Regierungsarbeit und kritisiert die Verwaltung des Budgets als "unverantwortlich".

Reed gibt ihr recht. "Ja. Ich denke, er ist verrückt", sagt er über Trump. "Und ich meine nicht, dass er auf eine harmlose Art und Weise dümmlich ist", konkretisiert der Demokrat aus Rhode Island.

Kein Vertrauen zu Donald Trump

"Ich mache mir Sorgen", antwortet Collins. "Aber du weißt, wenn wir keinen Budget-Deal vereinbaren können, werden wir paralysiert sein", gibt Reed zu bedenken. "Das Verteidigungsministerium wird gelähmt sein, jeder wird gelähmt sein."

"Ich glaube, dass er nicht einmal weiß, dass es sowas wie den Budget Control Act gibt", sagt Collins über den Präsidenten und nimmt dabei Bezug auf ein Gesetz, dass 2011 verabschiedet wurde und den Budgetierungsprozess reglementiert.

Die beiden Abgeordneten reden noch eine Weile über das Budget. Bis Reed zu der Schlussfolgerung kommt: "Wir werden im September zurück sein, und du weißt, dass es im Weißen Haus eine Menge verrückte Leute geben wird."

Abgeordneter aus Texas wird ebenso Ziel von Spott

Dann wechseln die beiden das Thema. Collins kommt auf den Republikaner Blake Farenthold zu sprechen. In einem Radio-Interview hatte der Abgeordnete aus Texas gesagt, dass er sie zum Duell herausfördern würde, wenn sie ein Mann wäre. Und zwar dafür, dass Collins sich gegen die Abschaffung von "Obamacare" positioniert hat.

"Er ist riesig. Ich will ja nicht unfreundlich sein, aber er ist so unglaublich unattraktiv", sagt die Senatorin über Farenthold. "Hast du das Bild von ihm in dem Schlafanzug an der Seite dieses Playboy-Bunnys gesehen?", fragt sie Reed. Das Foto, über das sie spricht, ist unten zu sehen. Kurz danach bricht die Aufnahme ab.

Streit beigelegt

Inzwischen hat Collins Stellung zu ihren Äußerungen genommen. "Weder Waffen noch eine unangemessene Wortwahl sind der richtige Weg, um Streitigkeiten zu lösen", sagte sie der "Time" in Bezug auf ihren Disput mit dem texanischen Abgeordneten. "Ich habe diesen Morgen eine schriftliche Entschuldigung von Farenthold bekommen. ich nehme die Entschuldigung an, und biete ihm meine an."

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ivi