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Reaktionen auf Arzt-TV-Auftritt: Donald Trump und Dr. Oz - die Show der Schlangenöl-Verkäufer

Niemand hatte ernsthaft erwartet, dass beim TV-Check-up von Donald Trump erhellende Neuigkeiten zu Tage treten würden. Und doch: Die Zuschauer reagierten erstaunt und amüsiert über das geringe Gewicht des Präsidentschaftskandidaten.

Donald Trump bei Dr. Oz

Erschreckend ehrlich, fand das Magazin "Time" den Auftritt von Donald Trump beim Fernseharzt Dr. Oz

Dass Donald Trump sich ausgerechnet die größtmögliche Öffentlichkeit suchen würde, um seine privatesten Angelegenheiten zu regeln, ist wieder so ein typischer Donald Trump. In seinem Alter, mit 70, häufen sich ja gerne mal die Wehwehchen, weswegen er bei einem Arzt vorstellig wurde – um sich und den amerikanischen Wähler zu versichern, dass er noch fit genug ist, um Präsident zu werden. Er wählte nicht irgendeinen Arzt, sondern einen Doktor, den vor allem Frauen vertrauen: Dr. Oz aus dem Fernsehen. Ein Herzspezialist, der seit Jahren seine Reputation durch fragwürdige Heilmittelempfehlungen ruiniert und auch sonst nicht durch übermäßige Seriosität auffällt.

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Donald Trump kurz vor Fettleibigkeit

Vermutlich hat sich ohnehin niemand ernsthafte Erkenntnisse von der Sendung erhofft, aber selbst die paar medizinischen Eckdaten, die Oz vom Kandidaten erhielt, sorgten nach der Show eher für Belustigung. Trumps Gewicht etwa, das er mit 236 Pfund, also 107 Kilo angab. Selbst bei Trumps stattlicher Größer von rund 1,90 Meter würde das einem Body-Mass-Index von 29,6 entsprechen, was kurz vor Fettleibigkeit wäre. Man muss allerdings kein geschulter Arzt sein, um mit bloßen Auge zu erkennen, dass diese Gewichtsangabe arg geschmeichelt ist. Entsprechend quollen die sozialen Netzwerke über vor Häme und Zweifel.

"Wurde er auf dem Mond gewogen?"

Dieser Nutzer etwa zeigt einen Football-Spieler, der knapp 1,90 Meter auf 107 Kilo kommt.


CptJinglePants dagegen glaubt die Angabe. Nicht. "Man nennt es den Heißluftballon-Effekt"

Und Joe Wanninger räumt ein, dass das Gewicht hinhauen könnte, weil Donald Trump beim Wiegen vermutlich seine Perücke abgenommen habe.


Bei diesem Nutzer jedoch überwiegt der Zweifel: "Wenn Trump 107 Kilogramm wiegt, muss er auf dem Mond gewogen worden sein."


Um sich fit zu halten, auch das enthüllte die Show, macht Donald Trump im Wesentlichen: nichts. Für seinen Lieblingssport Golf hat er gerade keine Zeit, dafür esse aber gerne Fastfood, weil man da wenigstens wisse, was da drin sei. Nichtdestotrotz möchte er schon gerne abnehmen. Vielleicht so zehn Kilo. Angesichts dieser Nichtigkeiten und den Nettigkeiten des bekennenden Trump-Fans Dr. Oz kam das US-Magazin "Slate" zu dem Schluss: "Dr. Oz & Trump: Zwei Männer, die wenig für Fakten übrig haben, beklatschen gegenseitig ihren Blödsinn in einer Dauerwerbesendung."

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Oz und Trump, die Schlangenöl-Verkäufer

"Erschreckend ehrlich" empfand das US-Magazin "Time" den öffentlichen Check-up Trumps. "Überraschend war vor allem, wie sehr sich Trump zurücknahm, er wirkte gedämpft, ja fast melancholisch, etwa als er über den Tod seiner Eltern sprach. Trumps Auftritt bei Dr. Oz zeigt einmal mehr, wie sehr es sein Wahlkampfteam verstanden hat, wie man über das Fernsehen diskrete Botschaften verschickt."

Am Ende ist das TV eben immer noch die beste und vielleicht sogar ehrlichste Bühne für zwei "Schlangenöl-Verkäufer", wie die demokratische US-Senatorin Claire McCaskill Donald Trump und Dr. Oz nach ihrer Show nannte. Wobei: Eine offenherzige Aussage des Republikaners war dem Sender CBS doch nicht so ganz geheuer: Nachdem Trump seine ebenfalls geladene Tochter Ivanka mit einem Kuss begrüßt hatte, sagte er: "Ich wünschte, ich könnte sie viel häufiger küssen. Ich nutze einfach jede Gelegenheit." Doch diese Szene fiel dem Schnitt zum Opfer. 

MSNBC-Video eines Studiogasts:



nik