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Weißes Haus: Donald Trump bricht Corona-Briefing nach Wortgefecht mit Reporterin ab

Abruptes Ende einer Pressekonferenz: Nach einem Streit mit einer Reporterin hat Donald Trump ein Briefing im Weißen Haus verlassen. Die Journalistin fragte, warum es ihm wichtig sei, dass die USA beim Testen besser würden als andere Länder.

US-Präsident Donald Trump bricht Corona-Briefing nach Streit mit Reporterin ab.

Schon der Start in die Pressekonferenz geriet etwas holperig. Im Rosengarten des Weißen Hauses wollte Donald Trump die Öffentlichkeit darüber unterrichten, wieviel Geld seine Regierung für den Schutz vor dem Coronavirus bereitstelle. "Wir verteilen eine Milliarde US-Dollar an die Bundesstaaten", sagte der US-Präsident. Leider war die Zahl nicht neu, sondern auch falsch. Tatsächlich sind es elf Milliarden Dollar, die Washington unter anderem für Infektionstests zur Verfügung stellt, und die Summe war bereits vor drei Wochen vom US-Kongress bewilligt worden. Ungerührt von solchen Petitessen beantwortete Trump dann eine Stunde lang die Fragen der Journalisten, bis eine Reporterin offenbar einen Nerv traf.

"Diese Frage sollten sie China stellen, nicht mir"

Die Reporterin Weijia Jiang vom Fernsehsender CBS News wollte wissen, warum es für Trump so wichtig sei, dass die USA beim Testen besser abschneiden würden als andere Länder; so als würde es sich um einen globalen Wettbewerb handeln. Der Präsident reagierte schmallippig: "Vielleicht ist das eine Frage, die sie China stellen sollten. Fragen sie nicht mich. Stellen Sie China diese Frage, okay? Wenn Sie ihnen diese Frage stellen, erhalten Sie möglicherweise eine sehr ungewöhnliche Antwort", so Trump, der nicht weiter ausführte, was genau er damit meinte und einen anderen Journalisten aufrief.

Doch Jiang, die in China geboren und in den Vereinigten Staaten aufgewachsen ist, ließ nicht locker. "Sir, warum sagen Sie das speziell zu mir?" "Ich sage es niemandem speziell", sagte Trump sichtlich wütender. "Ich sage das jedem, der so eine fiese Frage stellen würde." "Das ist keine böse Frage", so Jiang beharrlich, doch der Präsident ignorierte sie und wollte anderen Journalisten das Wort erteilen, rief Kaitlan Collins von CNN auf, überging sie im gleichen Atemzug aber ebenfalls. Danach bedankte er sich bei den Anwesenden und verließ abrupt die Pressekonferenz.

Donald Trump beklagt "brutale" Medien

Die Corona-Pandemie hat das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und der Presse noch einmal verschärft. Auf Vorwürfe, er sei zu spät gegen die Ausbreitung des Virus vorgegangen, reagierte er unter anderem mit wütenden Attacken gegen Teile der Medien, die ihn "brutal" behandelten. Ein anderes Ziel seiner Attacken ist China, wo das Virus erstmals bei Menschen festgestellt worden war. Der US-Präsident hatte zu Beginn der Pandemie die chinesische Regierung wegen ihres Vorgehens noch gelobt. Seit einigen Wochen jedoch behauptet er das Gegenteil und wirft Peking vor, die Welt zu spät über den Erreger informiert und das Ausmaß seiner Verbreitung verschwiegen zu haben.

Donald Trump hatte zuletzt nach dem Bekanntwerden von zwei Corona-Infektionen bei Regierungsmitarbeitern das Tragen von Gesichtsmasken im Weißen Haus angeordnet. Dies gilt für alle öffentlichen Bereiche der Regierungszentrale, jedoch nicht für die Büros, wie US-Medien  berichteten. Die Maßnahme soll dabei helfen, eine weitere Verbreitung des Virus im Weißen Haus zu verhindern. Der Präsident selbst werde aber keine Maske tragen, erklärt er. Er komme niemandem so nahe, dass dies nötig wäre, sagte Trump.

Quellen: AFP, CNBC, DPA

nik