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Konservativen-Treffen: Warum schwenkten Trump-Fans Russland-Fahnen auf ihrem Kongress?

Was läuft da zwischen der Regierung Donald Trumps und Moskau? Und warum schwenkten ausgerechnet die US-Konservativen russische Fahnen auf ihrem Kongress? Hinter der Aktion stehen Spaßvögel mit einer Botschaft.

Donald Trump spricht auf der CPAC-Konferenz

Donald Trump spricht auf der CPAC-Konferenz

Das Weiße Haus schweigt auch drei Tage später noch. Vielleicht will es diesen kleinen Zwischenfall vom Freitag einfach aussitzen, weil er ja schon etwas peinlich ist. Vermutlich aber betrachtet es das Vorkomnnis nicht als seine Sache. Jedenfalls: Als Donald Trump auf einer Konferenz von Konservativen sprach, wedelten plötzlich Anwesende mit einer Russland-Fahne herum. Und sie taten es nicht, um die weiß-blau-rote-Flagge rituell zu verbrennen, eher im Gegenteil: Auf den Bildern, die über sozialen Medien die Runde machten, sah es eher so aus, als würden die Bannerträger mit Freude die Insignien des alten Erzfeindes schwenken.

Donald Trumps seltsame Russland-Connection

Sicher ist, dass die Solidaritätsadresse in Richtung Moskau nicht lange anhielt. Nur kurz nachdem die Saalordner die Fahnen entdeckt hatten, wurde sie wieder einkassiert. Aber da waren die Fotos schon in der Welt und nicht nur regierungskritische Kreise fragten sich, was es mit dieser seltsamen Verbrüderung von US-amerikanischen Konservativen und der Regierung in Moskau eigentlich genau auf sich habe. Schon vor der Präsidentenwahl im November vergangenen Jahres machten Gerüchte die Runde, dass Russland ordentlich im Wahlkampf mitgemischt habe, es war die Rede von Hackerangriffen und intensiven Kontakten zwischen Russland und Donald Trumps Wahlkampfteam.


Die Vorwürfe stehen immer noch im Raum. Laut CNN soll das Weiße Haus das FBI sogar darum gebeten haben, diese Kontakte öffentlich abzustreiten, was die US-Bundespolizei jedoch abgelehnt haben will. Im Team Trump gibt es mit Michael Flynn und dem ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort mindestens zwei Mitarbeiter, denen (zu) enge Kontakte mit Moskau vorgeworfen werden.

1000 russische Trump-Fahnen gebastelt


Es ist dieses ungeklärte Verhältnis der neuen US-Regierung mit Putins Regierung, auf die diese russischen Fahnen bei der CPAC aufmerksam machen wollten. Denn die Flaggen wurden zu Beginn der Rede Trumps von Aktivisten verteilt, um "zu zeigen, dass ausländische Regierungen hier nicht ihre Präsidenten auswählen sollten", wie Jason Charter vom Trump-kritischen Bündnis "Americans Take Action" sagte. 1000 russische Fähnchen hatten er und seine Mitstreiter in Handarbeit mit Trumps Namen versehen und bei der Konferenz an die Teilnehmer verteilt. "Ich habe die Leute gefragt, ob die eine Trump-Fahne haben wollten und sie haben sie genommen", so Charter in der britischen Zeitung "The Independent". Die Aktion soll wohl eine Art Satire mit ernstem Hintergrund gewesen sein.

nik
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