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US-Präsident: Trump sagt Treffen mit Kim Jong Un ab - und prahlt mit seinen Atomwaffen

Überraschende Wende des US-Präsidenten: Donald Trump hat sein geplantes Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un abgesagt. In einem Brief begründet er seinen Schritt und betont die Schlagkraft der US-Atomwaffen.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

US-Präsident Donald Trump (l.) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

AFP

US-Präsident Donald Trump lässt das für Mitte Juni geplante Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un platzen. Das hat das Weiße Haus der nordkoreanischen Regierung in einem Brief mitgeteilt. Trump begründete die Absage mit der "Feindseligkeit" der Führung in Pjöngjang. Das Weiße Haus veröffentlichte das Schreiben auf seinem offiziellen Twitterkanal und auf seiner Internetseite.

Donald Trump betont Schlagkraft der US-Atomwaffen

Darin schreibt der US-Präsident an Kim Jong Un, er habe sich auf das Treffen gefreut, es sei für ihn jedoch "ungeeignet, es zum jetzigen Zeitpunkt durchzuführen". "Sie sprechen über Ihre nuklearen Fähigkeiten, aber unsere sind so massiv und kräftig, dass ich zu Gott bete, dass sie niemals genutzt werden müssen", erklärt Trump weiter. Eines Tages könne man das Treffen nachholen. "Die Welt, und Nordkorea im Besonderen, haben eine große Gelegenheit für andauernden Frieden und großen Fortschritt und Wohlstand verpasst. Diese entgangene Chance ist ein wirklich trauriger Moment in der Geschichte."

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat besorgt auf die Absage des USA-Nordkorea-Gipfels durch US-Präsident Donald Trump reagiert. "Ich bin zutiefst besorgt", sagte Guterres am UN-Sitz in Genf. Er forderte die Beteiligten auf, "ihren Dialog fortzusetzen, um einen Weg zu einer friedlichen und überprüfbaren Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu finden".

Nach Monaten der Entspannung zwischen beiden Staaten war in jüngster Zeit Unsicherheit darüber aufgekommen, ob der Gipfel tatsächlich stattfinden werde. Nordkorea drohte wiederholt mit einer Absage, nachdem die US-Seite eine bedingungslose, atomare Abrüstung verlangt hatte. Das kommunistisch regierte Land sieht sich nach Medienberichten aber weiterhin als Atommacht und will sich nur zum Verzicht auf die Anwendung verpflichten, ähnlich wie dies die USA im Atomwaffensperrvertrag getan haben.

Das historische Treffen zwischen Trump und Kim war für den 12. Juni in Singapur geplant gewesen und hatte zur Beendigung des Atomstreits mit Pjöngjang beitragen sollen. Im Tagesverlauf hatte Nordkorea als Zeichen seiner Bereitschaft zur Deeskalation sein Atomtestgelände Punggye nach eigenen Angaben vollständig zerstört. Die Sprengungen wurden in Anwesenheit ausländischer Journalisten vorgenommen. Die Atomteststopp-Behörde CTBTO konnte die von Nordkorea verkündete Zerstörung des Atomwaffentestgeländes nicht selbst überprüfen. Ihre Inspektoren seien noch nicht eingeladen worden, sagte eine Sprecherin der Organisation.

wue / DPA / AFP
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