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Arbeitszeit des US-Präsidenten: Donald Trump verbringt mehr Zeit mit Twittern als in Geheimdienst-Briefings

Wo und wie lange arbeitet ein US-Präsident? Nach seinem ersten Monat im Amt, hat die "Washington Post" analysiert, wie viele Stunden Donald Trump in seinem Job verbringt - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Donald Trump beim Golf mit Shinzo Abe

Ist das Arbeit oder Freizeit? Donald Trump beim Golfen in Florida mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe

744 Stunden sind zwischen dem 20. Januar und dem 20. Februar vergangen. Gewöhnliche Angestellte hätten in dieser Zeit 140 bis 160 Stunden an ihrem Arbeitsplatz verbracht. Also rund ein Viertel, vielleicht auch etwas mehr, wenn sie neu im Job sind und es mit dem Feierabend noch nicht so genau nehmen. Einen neuen Job hat seit dem 20. Januar auch Donald Trump, gewöhnlich aber ist am Amt des US-Präsidenten so gut wie gar nichts, am allerwenigsten die Arbeitszeiten. Die "Washington Post" hat sich die Mühe gemacht zu recherchieren, wann, wo und wie lange Donald Trump arbeitet. Und ist dabei zu einigen erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

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Wo und wie lange Donald Trump arbeitet:

  • Etwas weniger als ein Drittel seines ersten Monats im Amt hat der neue US-Präsident in der Hauptstadt Washington verbracht. Oder in der Nähe. Die Hälfte der Zeit hat er mit Arbeit verbracht, also mit obligatorischen Konferenzen, Telefonaten mit ausländischen Staats- und Regierungschefs sowie dem sonstigen, üblichen Tagesgeschäft eines Staatschefs.
  • Ungefähr 18 Stunden hat Trump mit Twittern verbracht (13 in Washington, fünf in Florida). Das ist drei Mal so lange, wie er in Geheimdienst-Briefings gesessen hat. Autor Philip Bump weist ausdrücklich darauf hin, dass es natürlich schwer sei, genau zu berechnen, wie lange der US-Präsident für einen Tweet brauche, zumal auch nicht jeder Post tatsächlich von Trump persönlich stammt. Anhand bekannter Eigenheiten (so nutzt der Präsident etwa für Twitter ein Android-Handy) konnte er die Dauer auf rund acht Minuten schätzen.


  • Auf seinem Wochenend-Anwesen Mar-a-Lago in Florida hat Donald Trump rund ein Viertel der Zeit verbracht, wobei er allein 25 Stunden lang Golf gespielt hat. Die Ausflüge in den Süden der USA nutzt Trump aber nicht nur für Erholung. So hatte er den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe dorthin eingeladen und mit ihm gegolft, was wohl zum Job gehört. Die "Washington Post" gibt eine Arbeitszeit von 39 Stunden an.
  • Interessant ist Trumps Faible für Golf. Laut "Washington Post" hat er als US-Präsident sechs Partien gespielt, davon wohl fünfmal die volle Rundenzahl. "An sich gibt es daran nichts auszusetzen", schreibt Philip Bump. Bemerkenswert sei es aber doch: Schließlich habe er sich noch im August über Barack Obama beschwert, der dem gleichen Hobby frönt: "Ich werde mich für Euch ins Zeug legen und gar keine Zeit haben, Golf zu spielen", schrieb Trump damals.
  • Den mit Abstand kleinsten Posten machen bislang Außentermine aus. Gerade einmal 16 Stunden hat er an Bord der Präsidentenmaschine Airforce One oder im Hubschrauber verbracht, zehn Stunden hielt er sich nicht entweder in Washington oder in Florida auf.


290 Stunden Arbeit

Alles zusammengerechnet hat Donald Trump in seinem ersten Monat knapp 290 Stunden mit Arbeit verbracht - wenn man Twittern und Golfspielen miteinrechnet. Doch da fängt bereits die Schwierigkeit an: Wo beginnt für einen US-Präsidenten der Job und wann hört er auf? Gehört der Konsum von TV-Nachrichten dazu? Was ist mit einer Veranstaltung wie jüngst in Florida, wo er einen Auftritt vor seinen Wählern hatte? Studiert er noch im Bett Regierungsunterlagen? "Washington Post"-Autor Philip Bump räumt ein, dass viele Aspekte der Arbeitszeit eines Präsidenten nicht präzise messbar seien. Aber für erste Fleißpunkte reichen die vorhandenen Daten durchaus aus. Auf der faulen Haut jedenfalls liegt Donald Trump nicht.

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nik