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Down Under: Australiens Kreuzzug gegen die Umweltverschmutzung

Die australische Regierung will Plastiktüten grundsätzlich verbieten. Damit folgt das Land einem weltweiten Trend: unter anderem Irland, Bangladesch und China sind schon diesen Weg gegangen. Für Australien ist es nicht der erste Schritt zu einem saubereren Land.

Im vergangenen Jahr hatte Australien bereits Glühbirnen verboten und so ein weltweites Exempel statuiert. Von 2010 an sollen so nur noch Energiesparlampen verkauft werden. Premierminister Kevin Rudd setzt mit dem Tüten-Verbot die Politik seines Vorgängers John Howard fort. Im Gegensatz zu Howard plant er jedoch, das Kyoto-Klimaschutzprotokoll zu unterzeichnen. Gemessen an der Bevölkerung gehört Australien zu den größten Klimaverschmutzern weltweit. Schuld daran sind in erster Linie Rohstoffproduzenten, Industrie und Landwirtschaft. Ein Bewusstsein für Umweltschutz ist auf dem Kontinent außerdem wenig entwickelt: es gibt zum Beispiel keine Mülltrennung.

Umweltminister Peter Garrett kündigte das Plastiktüten-Verbot am Donnerstag an. "Wir wollen damit in diesem Jahr beginnen", sagte der frühere Sänger der Band "Midnight Oil". Deren Texte setzten sich immer wieder mit Umweltschutz-Themen auseinander. Die Glühbirnen-Initiative seines Vorgängers hatte Garrett jedoch kritisiert. Für wichtiger hatte er es gehalten, die großen Umweltverschmutzer einzuschränken.

Widerstand der Einzelhändler

Auch Garrets Initiative erntet hingegen Kritik: "Plastiktüten gehören zu unserem Leben", sagte der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Richard Evans. "Man kann das Verhalten der Menschen nicht mit Gesetzen ändern."

Neben Australien hat auch China ein Verbot von Plastiktüten angekündigt: ab Juni dieses Jahres sollen Tüten untersagt sein, die dünner als 0,025 Millimeter sind. Verstoßen Händler gegen das Gesetz, riskieren sie ein Bußgeld. Außerdem könnten ihre Waren konfisziert werden.

Lio/ DPA / DPA