Entführung in Gaza Das "Lösegeld" sind 1000 Gefangene


Die Lage in Nahost spitzt sich zu: Die palästinensischen Entführer des Soldaten Gilad Shalit forderten, 1000 Gefangene aus israelischer Haft freizulassen - die israelische Regierung jedoch lehnt jegliche Verhandlungen ab.

Sollten ihre Forderungen erfüllt werden, würde der Verschleppte auf freien Fuß gesetzt, erklärten drei militante Gruppierungen am Samstag in Gaza. Sechs Tage zuvor hatten sie einen israelischen Grenzposten und Shalit entführt. Zu den Gruppierungen gehört auch der militante Arm der Hamas-Bewegung, die derzeit die Regierung der Palästinensergebiete stellt.

Der Soldat ist nach Angaben des Vizeminister für Gefangenenangelegenheiten, Siad Abu Ain, zwar verletzt, aber in stabiler gesundheitlicher Verfassung. Ein palästinensischer Arzt habe Shalit besucht, sagte Ain. Die israelische Armee setzte unterdessen ihre Luftangriffe fort.

Israel lehnt Verhandlungen ab

Palästinensischen Berichten zufolge will der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman mit dem in Syrien lebenden Politbürochef der Hamas, Chaled Maschaal, verhandeln, um den Konflikt zu entschärfen. Die israelische Regierung jedoch lehnte Verhandlungen mit den Kidnappern erneut ab. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums forderte am Samstag, den Soldaten bedingungslos freizulassen. Andernfalls werde Israel selbst für seine Heimkehr sorgen.

In der Nacht zum Samstag flog die israelische Armee erneut Luftangriffe auf Straßen im mittleren und nördlichen Teil des Gazastreifens. Angeblich soll damit die Bewegungsfreiheit von militanten Palästinensern eingeschränkt werden. Mutmaßliche Abschussstellungen für Kassam- Raketen seien mit Artilleriefeuer belegt worden, hieß es.

Schuld wechselseitig zugeschoben

Am Freitagabend hatten sich Israelis und Palästinenser vor dem Weltsicherheitsrat gegenseitig die Schuld für die Eskalation zugeschoben. Vertreter Frankreichs und Großbritanniens mahnten die israelische Regierung zur Mäßigung. Der Konflikt überschattete auch die erste Sitzungswoche des neu geschaffenen Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen. Die Gruppe der islamischen Staaten setzte sich am Freitagabend mit der Forderung durch, dass sich der Rat künftig regelmäßig mit der Politik Israels in den Palästinensergebieten beschäftigen solle.

DPA DPA

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