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Ex-IWF-Chef vor Gericht: Die 11 schlüpfrigsten Aussagen im DSK-Prozess

"Es mit Prostituierten zu tun ist nicht meine Vorstellung von sexuellen Beziehungen" - der Prozess gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist ein Fest für Freunde zügelloser Moral. Eine Übersicht.

DSK vor Gericht in Lille: Zweieinhalb Stunden über Wohnungen, Prostituierte und Sex gesprochen

DSK vor Gericht in Lille: Zweieinhalb Stunden über Wohnungen, Prostituierte und Sex gesprochen

Ein Hotelmanager, ein Polizist, ein Anwalt, ein Zuhälter, mehrere Prostituierte, Unternehmer und ein ehemaliger Weltbankchef: Die Besetzung des Prozesses gegen Dominique Strauss-Kahn könnten sich Drehbuchautoren ausgedacht haben. Die Handlung auch: Ein sehr mächtiger Mann, Chef des Internationalen Währungsfonds und damit Herr über viele, viele Milliarden, steht vor Gericht, weil er gerne und viel Sex hat. Und zwar auf Partys mit anderen einflussreichen Menschen, zu denen er eingeladen wurde. An einem Ort, der nicht sein zu Hause ist. Sondern in einer extra für diesen Zweck angemieteten Wohnung. Mit Frauen, die ihre Körper gegen Geld veräußern.

Nun ist es in Frankreich nicht verboten, Sex mit Prostituierten zu haben. Wohl aber, sie "zuzuführen". Das wäre Zuhälterei. Und genau das wird Strauß-Kahn, den sie in seiner Heimat nur DSK nennen, vorgeworfen. Genauer: Dass er Huren für Orgien in seiner Nebenwohnung engagiert hat. Der frühere Präsidentschaftskandidat der Sozialisten, in den USA beinahe wegen Vergewaltigung verurteilt, bestreitet die Vorwürfe. Sexpartys ja, Zuhälterei nein - so lautet seine Verteidigung in dem Prozess.

In der Verhandlung geht es ganz nebenbei auch um Moral, um das Geschäftsgleitmittel Sex, aber so gut wie nie um die Ware Frau. Außer am Donnerstag, dem letzten Aussagetag von DSK. Da trat Bernard Lemaitre von der Frauenhilfsorganisation "Le Nid" in den Zeugenstand. Und mit ihm ging es erstmals auch um so etwas wie die weibliche Würde. "Le Nid" hat sich unter anderem um die Prostituierten gekümmert, die im Prozess belastet haben. "Die Frauen, sagen immer, dass die Prostitution selber gewählt haben und dass sie damit glücklich sind. In Wahrheit sind es aber doch mehrheitlich Frauen, die in ihrem Leben niemals die Wahl hatten."

Die 11 bizarren Aussagen im DSK-Prozess


"Ich habe einen diskreten Ort für Treffen mit politischen Freunden und mit Frauen gebraucht"

(Auf die Frage, warum er eine Wohnung unter dem Namen eines Freundes angemietet hatte)


"Wen hast du im Gepäck?"

(SMS an den Unternehmer Fabrice Paszkowski, in dem Frauen zudem als "Material" oder "Geschenk" bezeichnet wurden)


"Ich mag im Vergleich zum Durchschnitt der Männer eine derbere Sexualität haben"

(Über seine Teilnahme an Sexpartys)


"Sexpartys? Ja, aber als Gast und nicht als Organisator. Ich hatte nicht die Zeit, irgendeinen Abend zu organisieren"

(Zum gleichen Thema)


"Es mit Prostituierten zu tun ist nicht meine Vorstellung von sexuellen Beziehungen"

(Über sein angebliches Unwissen darüber, es auf den Sexpartys mit käuflichen Frauen zu tun gehabt zu haben)


"Es hat diese zügellose Aktivität nicht gegeben"

(Über den Vorwurf, an regelmäßig an Sexorgien teilgenommen zu haben)


"Ich mag keine Beziehungen, die auf den sexuellen Akt begrenzt sind"

(Über Prostitution)


"Ich weiß es nicht, aber ich habe es gedacht"

(Auf die Frage des Gerichtspräsidenten Bernard Lemaire, ob er der wichtigste Mann der Welt gewesen sei)


"Der Körper einer Frau ist nicht dafür gemacht, fünf Mal oder zehn Mal am Tag penetriert zu werden. Das ist nicht das, was eine Frau ausmacht."

Bernard Lemaitre von der Frauenhilfsorganisation Le Nid


"Ich schätzte es, einen Nachmittag mit jemandem zu verbringen, der als IWF-Chef die Nummer 2 der Welt und der künftige französische Präsident ist"

(Ex-Baumanager David Roquet, einer der Mitorganisatoren der Sexpartys)


"Bei Geschäftsabschlüssen sind in 80, vielleicht 70 Prozent der Fälle Escortgirls im Spiel"

(DSK-Anwalt Eric Dupond-Moretti)

Niels Kruse
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