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Ex-Präsident auf Mission Carter soll US-Bürger aus Nordkorea rauspauken


Was Bill Clinton gelungen ist, will nun auch Jimmy Carter erreichen: US-Bürger aus Nordkorea zu befreien. Der Ex-Präsident ist in Pjöngjang eingetroffen - offenbar um über eine Freilassung von Aijalon Mahli Gomes zu verhandeln.

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter ist zu einem Besuch in Nordkorea eingetroffen, der möglicherweise zur Freilassung eines zu acht Jahren Arbeitslager verurteilten US-Bürgers führen könnte. Meldungen der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA und der chinesischen Agentur Xinhua zufolge landete der 85-Jährige am Mittwoch auf dem Flughafen von Pjöngjang und wurde dort vom stellvertretenden nordkoreanischen Außenminister und Atom-Unterhändler des Landes, Kim Kye Gwan, empfangen.

Das Weiße Haus bezeichnete den Besuch des Ex-Präsidenten als "humanitäre Mission", wollte sich aber nicht konkret zum Fall des verurteilten US-Bürgers Aijalon Mahli Gomes äußern. Er werde "nichts kommentieren, was eventuell negative Auswirkungen auf eine private humanitäre Mission haben könnte", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Bill Burton, in Washington. Gleichwohl seien die USA der Meinung, dass Gomes freigelassen werden solle, fügte Burton hinzu.

Die USA hatten sich in der Vergangenheit wiederholt besorgt über das Schicksal des 30-Jährigen gezeigt. Der als strenggläubiger Christ geltende Gomes war im Januar bei einem angeblich illegalen Grenzübertritt in Nordkorea festgenommen worden. Er hatte zuvor in der Nähe der entmilitaristierten Zone zwischen Nord- und Südkorea gegen das Regime in Pjöngjang und für die Einhaltung der Menschenrechte demonstriert. Im April wurde Gomes zu acht Jahren Arbeitslager sowie zur Zahlung von umgerechnet 550.000 Euro verurteilt worden. Eine Freilassung des aus Boston stammenden Mannes lehnte die Führung in Pjöngjang ab. Anfang Juli unternahm Gomes nach Angaben aus Nordkorea einen Selbstmordversuch und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Carters Mission erinnert an ähnliche Bemühungen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Im Frühjahr vergangenen Jahres waren in Nordkorea zwei US-Journalistinnen wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen worden. Ein Gericht hatte die beiden ebenfalls zu mehreren Jahren Arbeitslager verurteilt, sie kamen aber im August 2009 nach Clintons Vermittlungsbemühungen wieder frei.

AFP/ben AFP

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