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Explosionen: Anschläge auf Ferieninsel Bali

Fast genau drei Jahre nach den verheerenden Bombenanschlägen auf Urlauber-Discotheken haben sich mehrere Explosionen fast zeitgleich auf der indonesischen Ferieninsel Bali ereignet.

Mindestens ein Dutzend Menschen sollen ums Leben gekommen sein, dutzende weitere seien verletzt worden, berichteten Augenzeugen nach Angaben örtlicher Medien. Unter den Opfern seien viele Touristen. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono geht offensichtlich von Bombenanschlägen aus. Er verurteilte die "Gräueltaten", sagte sein Sprecher. Der Präsident habe angeordnet, die "Verantwortlichen" zu verfolgen. Auch die Art der Verwüstungen deuten auf Terroranschläge hin.

Zwei der Explosionen hätten sich innerhalb von 10 Minuten gegen 19.00 Ortszeit ereignet - der eine in der Nähe des Hotels "Vier Jahreszeiten" in Jimbram an der Südküste, der andere in einem von einem Deutschen betriebenen Restaurant im Zentrum des Touristenortes Kuta, hieß es. Das Restaurant sei völlig verwüstet worden, umliegende Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Sprecher des indonesischen Außenministeriums sprach im Fernsehsender CNN von insgesamt mindestens drei bestätigten Explosionen.

Offizielle Angaben über Opfer und den möglichen Hintergrund lagen zunächst nicht vor. Ein Augenzeugen berichtete im privaten Rundfunksender El Shinta, er habe acht Leiche gesehen, davon vier Ausländer. Nach Berichten anderer Augenzeugen lagen in den Trümmern in Kuta leblose Körper und Leichenteile. Einer fühlte sich an einen Anschlag auf die australische Botschaft in Jarkata erinnert, bei dem im vergangenen Jahr elf Menschen gestorben waren. Eine Klinik meldete 43 eingelieferte Verletzte.

Die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Jakarta sowie der deutsche Honorarkonsul auf Bali seien eingeschaltet, berichtete ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Sie bemühten sich darum, Einzelheiten des Geschehens in Erfahrung zu bringen. Über Deutsche unter den Opfern war zunächst nichts bekannt.

Präsident Yudhoyono hatte erst Ende August vor einem terroristischen Angriff innerhalb von zwei Monaten gewarnt. Auf Bali haben in den vergangenen Jahren Terroristen der radikalislamistischen Gruppe Jemaah Islamiya mehrere Anschläge verübt. Am 12. Oktober 2002 waren in zwei Discotheken in Kuta zwei Bomben explodiert und hatten 202 Menschen in den Tod gerissen, meist Touristen, darunter sechs.

DPA / DPA
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