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Extremistenorganisation: Al-Kaida-Lager offenbar nach Irak verlegt

UN-Experten haben einen neuen Bericht zur Al-Kaida vorgelegt. Demzufolge soll sich die Extremistenorganisation die Gewalt im Irak zu Nutze gemacht haben, um in Afghanistan verloren gegangene Trainingslager zu ersetzen.

Das im Irak herrschende Chaos erhöhe die Gefahr künftiger Anschläge beträchtlich, warnten die Experten in ihrem jüngsten Status-Bericht zur Al-Kaida und den ehemals in Afghanistan regierenden Anführern der Taliban. Der Bericht ist an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) adressiert. "Aus allen Teilen der Welt reisen Rekruten an und erwerben Fähigkeiten im Häuserkampf, Bau von Bomben, zur Ausführung von Mord und Selbstmordanschlägen", heißt es in dem Bericht. Wenn diese Kämpfer in ihre Heimatländer oder Wohnorte zurückkehrten und sich mit denen vor Ort zusammentäten, die selbst gut integriert seien, wachse durch diese Kombination die Gefahr erfolgreicher Anschläge erheblich.

Bin Laden braucht neue abgehärtete Kämpfer

Den bemerkenswertesten Erfolg habe Al-Kaida durch das Schmieden der Allianz mit dem Jordanier Abu Mussab al-Sarkaui erzielt, heißt es in dem Bericht der Experten unter Leitung des britischen Anti-Terror-Spezialisten Richard Barrett. Sarkaui führt den irakischen Zweig der radikalen Moslem-Gruppe an. Dieser habe Al-Kaida in einem gewissen Ausmaß geholfen, sich von den Verlusten in Afghanistan zu erholen. Von der Allianz profitierten beide Seiten. Al-Kaida-Chef Osama bin Laden könne für sich geltend machen, an einem Ereignis beteiligt zu sein, das im Mittelpunkt des Welt-Interesses stehe. Sarkaui sei dadurch in der Lage, neue Rekruten anzulocken.

Bin Laden wisse, dass er diese neuen abgehärteten Kämpfer brauche, um zu demonstrieren, dass Al-Kaida die Macht hat, schwere Anschläge außerhalb von Konfliktzonen zu verüben, hieß es in dem Bericht. Zugleich lebten einige Tausend in Afghanistan ausgebildete Extremisten überall auf der Welt und gäben ihre dort erworbenen Kenntnisse weiter. Auf Grund dessen bestehe die Bedrohung durch Al-Kaida weltweit genauso weiter, wie zu jeder Zeit nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA, heißt es in dem Bericht.

Reuters / Reuters