VG-Wort Pixel

Missbrauchsvorwürfe gegen Militärs UN-Funktionärin Pansieri tritt nach Kritik an Aufklärung zurück

Trat aus "gesundheitlichen Gründen" zurück: Flavia Pansieri, stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
Trat aus "gesundheitlichen Gründen" zurück: Flavia Pansieri, stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
© Martial Trezzini/EPA
Kinder klagen über sexuelle Übergriffe durch französische Soldaten, der UN-Bericht versandet und auch in Paris kommen die Ermittlungen lange nicht voran. Nun tritt eine Verantwortliche der Vereinten Nationen zurück - angeblich aus "gesundheitlichen Gründen".

Nach heftiger Kritik an ihrem Umgang mit einem Missbrauchsskandal wird die stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Flavia Pansieri, von ihrem Amt zurücktreten. Eine UN-Sprecherin in New York bestätigte den Rücktritt der 64-Jährigen und führte "gesundheitliche Gründe" an.

Pansieri hatte eingeräumt, dass sie Missbrauchsvorwürfe gegen französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik nicht wirksam verfolgt hatte. Die Soldaten waren allerdings nicht Teil der UN-Truppen. Zu den Opfern hatten Minderjährige gehört. Die französische Justiz ermittelt.

Vorfälle zwischen Dezember 2013 und Juni 2014

Die Vorfälle sollen sich zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 ereignet haben. Pansieri hatte im März 2015 intern eingeräumt, dass sie seit September 2014 von den Vorwürfen gewusst, sie aber nicht weiter verfolgt habe.

Die Vorwürfe gehen auf die Aussagen von sechs Jungen zurück, die zu der Zeit zwischen 9 und 13 Jahren alt waren. "Ich übernehme die volle Verantwortung, der Angelegenheit nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt zu haben", schrieb Pansieri in einem internen Vermerk.

Jungen beschuldigten 14 Militärs

Auch in Frankreich hatte es Kritik am Umgang der Behörden mit den Vorwürfen gegeben. Das Verteidigungsministerium hatte den geheimen UN-Bericht im Juli 2014 der Justiz übergeben, die Vorermittlungen aufnahm. Erst im Mai dieses Jahres eröffnete die Pariser Staatsanwaltschaft dann ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt, es geht um Vergewaltigung von Kindern und Beihilfe dazu. Die Jungen hatten 14 Militärs beschuldigt. Präsident François Hollande kündigte nach Bekanntwerden des Falls an, hart durchzugreifen, falls die Vorwürfe sich bewahrheiten sollten.

Frankreich hatte Ende 2013 mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats Soldaten zum Schutz der Zivilbevölkerung nach Zentralafrika geschickt. Das Land war im März 2013 ins Chaos gerutscht, nachdem muslimische Séléka-Rebellen die Macht an sich gerissen hatten.

and DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker