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Gefechte in Pakistan: Mindestens 20 Tote bei erneutem Taliban-Angriff

Pakistan kommt nicht zur Ruhe. Bei einem erneuten Angriff von schwer bewaffneten Taliban-Kämpfern starben mindestens 20 Menschen. Der halbautonome Nordwesten wird immer mehr zum Kriegsschauplatz.

Bei einem neuen Angriff von Taliban-Kämpfern auf einen Kontrollposten der Sicherheitskräfte in den an Afghanistan grenzenden Stammesgebieten Pakistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. 23 weitere wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Mehr als hundert Taliban hätten am Donnerstagfrüh in Süd-Waziristan den Posten angegriffen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Ein Geheimdienstmitarbeiter berichtete: "Die Aufständischen hatten Raketen und schwere Waffen."

Der Angriff am Donnerstag ereignete sich in Marubi, das etwa 40 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt liegt. "Acht Soldaten wurden bei dem Angriff getötet und zehn weitere verletzt", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte in Peshawar. Beim Gegenangriff seien dann mindestens zwölf Rebellen getötet worden, teilte der Geheimdienst mit. Ein weiterer Sicherheitsbeamter in Wana bestätigte die Angaben.

Bereits der zweite schwere Angriff in kurzer Zeit

Bereits am Mittwoch vergangener Woche hatten etwa 500 schwer bewaffnete pakistanische und afghanische Taliban-Kämpfer einen Grenzposten der pakistanischen Polizei gestürmt. Bei dem Angriff im Bezirk Upper Dir in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden 28 Polizisten und sechs Zivilisten getötet.

Pakistan kämpft seit Jahren mit der Gewalt der Taliban und anderer islamistischer Rebellen. Seit 2007 kamen mehr als 4400 Menschen bei Anschlägen und anderen Attacken ums Leben. 2009 hatte die pakistanische Armee eine Offensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan geführt. Es wird vermutet, dass im Zuge dessen viele Kommandeure und einfache Kämpfer der Taliban ins benachbarte Nord-Waziristan flohen.

Der Nordwesten Pakistans im Visier der USA

Die Vereinigten Staaten sehen im halbautonomen Nordwesten Pakistans den Hauptrückzugsort des Terrornetzwerks El Kaida. Sie drängen deshalb verstärkt auf eine Großoffensive in dem Gebiet. Die USA gehen außerdem mit gezielten Drohnenangriffe gegen Islamisten in den pakistanischen Stammesgebieten vor. Bei einem dieser Angriffe soll vergangene Woche nach pakistanischen Angaben El-Kaida-Führer Ilyas Kashmiri getötet worden sein; eine sichere Bestätigung von Seiten der USA oder der pakistanischen Armee gibt es allerdings nicht.

An diesem Freitag sollte der afghanische Präsident Hamid Karsai nach Pakistan reisen. Dabei geht es wahrscheinlich auch um mögliche Friedensgespräche mit den Taliban.

cjf/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters