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Geheimdienstbericht: Gerüchte um Tod des Taliban-Führers Mullah Omar

Laut Geheimdienstberichten ist der Führer der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan, Mullah Mohammed Omar, tot. Die Taliban selbst sprechen von "purer Propaganda". Unterdessen gab es einen blutigen Anschlag in Pakistan - offenbar aus Rache für den Tod bin Ladens.

Nach dem Tod Osama bin Ladens gibt es Gerüchte, dass eine weitere islamistische Führungsfigur ums Leben gekommen sein soll: "Wir bestätigen, dass Mullah Omar getötet wurde", sagte ein Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes NDS, der anonym bleiben wollte. Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wiesen den Bericht über den Tod ihres Anführers dagegen als "pure Propaganda" energisch zurück. "Er ist in Afghanistan und führt den Dschihad (Heiligen Krieg)", sagte ein Taliban-Sprecher am Montag.

Geheimdienstquellen: Erschossen oder vermisst

Der private afghanische Sender Tolo TV hatte zuvor unter Berufung auf eine ungenannte Quelle im NDS gemeldet, Mullah Omar sei bereits vor zwei Tagen erschossen worden, als er von der südwestpakistanischen Stadt Quetta ins Stammesgebiet Nord-Waziristan an der afghanischen Grenze gebracht werden sollte.

Ein anderer Geheimdienstvertreter sagte, Omar werde seit einem Treffen mit dem früheren Chef des pakistanischen Geheimdiensts ISI, Hamid Gul, vor elf Tagen vermisst. Die Taliban wüssten nicht, wo er sich aufhalte und seien "besorgt" über sein plötzliches Verschwinden. Taliban-Sprecher Mudschahid sagte, mit den Berichten über Mullah Omars Tod versuchten Geheimdienste, Unruhe unter den Aufständischen zu verbreiten.

Angriff auf Marinebasis als Rache für bin Laden

Unterdessen gab es einen Angriff auf einen Stützpunkt der pakistanischen Marine in Karachi, bei dem mindestens zwölf Sicherheitskräfte getötet wurden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag und sprachen von einem Racheakt für die Tötung bin Ladens vor drei Wochen im nordpakistanischen Abbottabad. Ein Sprecher der pakistanischen Taliban kündigte zugleich weitere Gewalttaten an.

fw/DPA/AFP / DPA