Gesamtkonferenz katholischer Militärgeistlicher Mixa: Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan wäre Fehler


Der katholische Militärbischof und Augsburger Bischof Walter Mixa erwartet vom neu gewählten Bundestag eine sorgsame Auseinandersetzung mit der Frage, ob der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zu rechtfertigen ist.

Der katholische Militärbischof und Augsburger Bischof Walter Mixa erwartet vom neu gewählten Bundestag eine sorgsame Auseinandersetzung mit der Frage, ob der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zu rechtfertigen ist. Aus seiner Sicht wäre es ein Fehler, die Truppen jetzt aus Afghanistan zurückzuziehen, sagte Mixa am Donnerstag nach der jährlichen Gesamtkonferenz katholischer Militärgeistlicher in Berlin. Die kleinen Schritte hin zu mehr Menschlichkeit, besseren Lebensbedingungen und Befriedung in dem Land wären nach einem Rückzug schnell wieder zunichte. Auch der Tod von Soldaten wäre vergebens gewesen.

Die deutschen Soldaten hätten in Afghanistan durchaus etwas Positives zustande gebracht und zur Verbesserung der Lebensbedingungen dort beigetragen, sagte Mixa. Leider werde der «Friedensdienst» der Bundeswehr in der deutschen Bevölkerung zu wenig anerkannt. Am Hindukusch sind derzeit knapp 4500 deutsche Soldaten im Einsatz. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat die Bündnismitglieder zu größerem militärischen und politischen Engagement in Afghanistan aufgefordert. Dort sind mittlerweile 71 500 Soldaten der Schutztruppe ISAF stationiert.

Mixa nannte die Militärseelsorge in Afghanistan eine ganz große Herausforderung für die Kirche. Wenn Menschen im Kriegseinsatz zu Tode kämen, sei es für die Geistlichen sehr schwer, die richtigen Worte zu finden. Er habe es selbst erlebt, meinte der Bischof. Die Seelsorger müssten sich in schwierigen Gesprächsrunden mit den Kameraden der Gefallenen mit der Sinnfrage von Leben und Tod auseinandersetzen.

Wenn katholische Militärseelsorger aus Afghanistan in die Heimat zurückkehren, erhalten sie sogenannte Brückentage. Sie können sich zurückziehen und mit einem Pfarrer und einem Psychologen ihre Erlebnisse verarbeiten. Dramatische Krisen unter den eingesetzten Priestern seien Einzelfälle, sagte Militärgeneralvikar Walter Wakenhut

DPA DPA

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