Roth gegen Bischof Mixa Grüne bestreitet Pol-Pot-Vergleich


Die verbalen Scharmützel zwischen Grünen-Chefin Claudia Roth und dem Augsburger Bischof Walter Mixa gehen in die nächste Runde. Roth wird vorgeworfen, den Bischof in einem Atemzug mit dem kambodschanischen Schlächter Pol Pot genannt zu haben. Sie bestreitet einen Vergleich.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat Augsburgs Bischof Walter Mixa erneut heftig angegriffen, ihre Äußerungen anschließend aber wieder relativiert. Wer Betreuungseinrichtungen als "Umerziehungslager" für Kinder bezeichne, erinnere sie an den kambodschanischen Diktator Pol Pot, sagte Roth in der N24-Sendung "Links-Rechts". Wörtlich sagte die Grünen-Politikerin: "Er redet von Umerziehungslagern, da fällt mir Pol Pot ein."

Unter der Schreckensherrschaft der von Pol Pot angeführten Roten Khmer kamen in Kambodscha nach Schätzungen bis Ende der 70er Jahre zwei Millionen Menschen ums Leben. Das Bistum in Augsburg wollte sich zu dem Zitat nicht äußern.

Roth stellte einen Tag später in einer Mitteilung klar, sie habe Mixa nicht mit dem Diktator vergleichen wollen. "Der mir unterstellte Vergleich von Bischof Mixa mit Pol Pot ist absurd und vollkommen falsch." Ihre Kritik wende sich lediglich gegen den Gebrauch von Begriffen, die falsche Assoziationen wecken.

Roth hatte Mixa vor einigen Wochen beim Parteitag der bayerischen Grünen wegen seiner Äußerungen zur Familienpolitik als "durchgeknallten, spalterischen Oberfundi" bezeichnet. Daraufhin verglich der Öffentlichkeitsreferent des Bistums, Dirk Voß, die Aussage mit Nazi-Propaganda. Später zog er diesen Vergleich zurück.

Zur familienpolitischen Haltung von Mixa sagte Roth in der TV-Sendung, sie würde den Bischof bitten, in der Realität eines Landes anzukommen, in dem Frauen das Recht hätten zu sagen, dass sie Kind und Karriere miteinander verbinden möchten. Mixa solle erkennen, "dass wir Frauen nicht die Hälfte der Plätze im Himmel wollen, sondern im Hier und Jetzt".

DPA DPA

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