Gewalt im Irak Bush berät über Strategiewechsel

Hunderte Zivilisten verlieren täglich ihr Leben im Irak; für die US-Truppen ist dieser Oktober einer der verlustreichsten Monate seit dem Sturz des Regimes. Nun berät US-Präsident Bush mit führenden Generälen einen möglichen Strategiewechsel.

US-Präsident George W. Bush will am (heutigen) Samstag mit führenden Generälen über einen möglichen Strategiewechsel im Irak beraten, um die anhaltende Gewalt in den Griff zu bekommen. Geplant seien Gespräche mit dem Befehlshaber des US-Oberkommandos Mitte, General John Abizaid, und dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, sagte Bush am Freitag der Nachrichtenagentur AP in einem kurzen Interview. Der Präsident räumte ein, dass die Lage im Irak derzeit angespannt sei. Später erklärte Bush: "Wir befinden uns in einem gigantischen Kampf zwischen Extremisten und Radikalen, die die amerikanische Lebensart nicht ausstehen können. Ihnen gefällt der Gedanke nicht, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in einem Land zusammen leben und arbeiten und Großartiges erreichen können."

Der Präsident sprach bei einer Dinnershow der Nationalen Italienisch-Amerikanischen Stiftung in Washington, die er am Abend überraschend besuchte. Bushs Sprecher Tony Snow erklärte, der Präsident werde nicht generell seine Irak-Politik ändern.

Bush steht angesichts der steigenden Zahl getöteter US-Soldaten zunehmend unter Druck. Allein seit Anfang Oktober kamen im Irak 75 Amerikaner ums Leben. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verlangte unterdessen von der irakischen Regierung, mehr Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen. Die Regierung müsse mit der Zeit selbst für die Sicherheit sorgen, und zwar "eher früher als später", sagte Rumsfeld am Freitag. Der größte Fehler wäre es, nicht damit fortzufahren, die Verantwortung für die Regionen des Landes in die Hände der Iraker zu legen.

AP AP

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