HOME

Gewalt in Brasilien: Zusammenstöße zwischen Polizei und Randalierern

Mit Tränengas und Gummigeschossen gingen Polizisten auf gewaltätige Demonstranten in der brasilianischen Metropole São Paulo los. Mindestens 20 Menschen wurden festgenommen.

In der brasilianischen Metropole São Paulo hat es erneut Zusammenstöße zwischen der Polizei und Randalierern gegeben. Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, nachdem eine kleine Gruppe gewalttätiger Demonstranten angefangen hatte, in dem Viertel Pinheiros Banken und Geschäfte zu plündern, wie die Polizei am Dienstag erklärte. Nach neuen Angaben wurden mindestens 20 Menschen festgenommen.

Demnach hatten zunächst rund 300 Menschen friedlich gegen Gouverneur Geraldo Alckmin demonstriert. Sie waren einem Aufruf des anarchistischen Schwarzen Blocks im Internet gefolgt. "Wir wollen, dass Alckmin geht, er ist ein Kapitalist und korrupt", sagte der 25-jährige Orlando Azevedo der Nachrichtenagentur AFP. Die Situation geriet außer Kontrolle, als etwa 50 Randalierer, die teilweise mit Hämmern bewaffnet waren und maskiert waren, begannen, die Schaufenster von Banken, Läden und einem Autohaus einzuschlagen. Zudem blockierten sie mehrere Straßen mit Mülltonnen, die sie in Brand steckten. Zu möglichen Verletzten gab es keine offiziellen Angaben.

In der Avenida Paulista im Finanzdistrikt der Metropole wurden zahlreiche Sicherheitskräfte postiert. Dort war es am Freitag am Rande einer ähnlichen Demonstration bereits zu Ausschreitungen gekommen.

Auch in Rio de Janeiro hatte es während der Visite von Papst Franziskus neue Sozialproteste gegeben: Rund 200 Menschen demonstrierten friedlich gegen Gouverneur Serbio Cabral und forderten seinen Rücktritt.

Die Sozialproteste halten Brasilien seit zwei Monaten in Atem. Im Juni waren Millionen Menschen auf die Straßen gezogen, um gegen Korruption und Verelendung zu protestieren. Der Zorn der Demonstranten richtet sich auch gegen die Milliardenausgaben des Staates für Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr.

ds/AFP / AFP