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Global Peace Index: USA kaum friedlicher als China

Wer in Europa lebt, kann sich glücklich schätzen: Der alte Kontinent ist laut Global Peace Index der friedlichste Erdteil. Deutschland belegt Platz 15, die USA Rang 99 - und liegt nur knapp vor China.

Im Jahr 2012 ist die Welt ein weniger friedlicher Ort geworden - so zumindest lassen sich die Ergebnisse des am Mittwoch in New York vorgestellten Global Peace Index zusammenfassen. Schuld sind der Studie zufolge gemessen an der Wirtschaftsleistung höhere Rüstungsausgaben und mehr Tötungsdelikte.

Deutschland: Abzüge wegen Waffenexporten

Der Global Peace Index wird seit 2007 von einem internationalen Gremium aus Friedensexperten und dem Zentrum für Friedens- und Konfliktstudien der Universität Sydney herausgegeben. Die Forscher messen die Friedfertigkeit von 162 Staaten über zwanzig Kriterien, darunter die Zahl der Morde und geführten Kriege, die geschätzte Zahl der Toten durch externe und interne Konflikte, die Wahrscheinlichkeit von gewalttätigen Demonstrationen, die Militärausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt und die Achtung der Menschenrechte.

Europa bleibt wie im Vorjahr die friedlichste Region der Welt: 13 der 20 bestplatzierten Staaten liegen hier - darunter Deutschland auf Platz 15. Die Bundesrepublik bekommt Abzüge wegen hoher Waffenexporte, auch der Zugang zu Waffen ist verglichen mit den Spitzenländern leichter. Die Friedensbilanz des Kontinents verschlechtert sich allerdings infolge der Euro-Krise: Hochverschuldete Staaten wie Spanien (27) und Frankreich (Platz 53) fallen zurück - etwa wegen mehr gewaltsamer Proteste oder politischer Instabilität.

Island auf Platz eins

Auf Platz eins des Rankings liegt Island: Der Inselstaat liegt bei den Rüstungsausgaben und der Verwicklung in Kriege ganz hinten und erzielt Spitzenwerte bei Sicherheit und Zugang zu Waffen. Die Friedensfahne in Europa halten außerdem Dänemark (2) und Österreich (4) hoch. Mit Neuseeland (3), Japan (6), und Kanada (8) landen nur drei außereuropäische Staaten in den Top Ten.

Wenig schmeichelhaft: Die USA liegt auf Platz 99 und damit nur knapp vor China (101), Angola (102) und Uganda (106). Schuld für das vergleichsweise schlechte Abschneiden ist die hohe Zahl der Häftlinge: Gemessen an der Bevölkerung sitzen in keinem anderen Land mehr Menschen im Gefängnis. Hinzu kommen die Beteiligung an zahlreichen Kriegen im Ausland, eine hohe Mordrate und die hochgerüstete Armee inklusive Atomwaffen.

Abgeschlagen auf der globalen Weltkarte des Friedens befindet sich auch Russland (Platz 152) - weit hinter allen anderen entwickelten Ländern. Nur die Krisenstaaten Demokratische Republik Kongo, Syrien, Pakistan, Iran, Sudan, Afghanistan und Somalia schneiden noch schlechter ab. Grund ist unter anderem Russlands Rolle als zweitgrößter Waffenexporteur der Welt.

AS