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Griechenland-Wahl Syriza gewinnt mit klarem Vorsprung


Bei der Parlamentswahl in Griechenland ist das Linksbündnis Syriza mit klarem Vorsprung stärkste Kraft geworden. Alexis Tsipras will mit den Rechtspopulisten erneut koalieren. Die Ereignisse zum Nachlesen.

Überraschendes Ergebnis bei der Parlamentswahl in Griechenland: Ersten Hochrechnungen zufolge hat die linke Syriza-Partei von Alexis Tsipras mit einem deutlichen Vorsprung gewonnen. Wenige Stunden nach der Wahl verständigte sich Syriza mit den Rechtspopulisten auf eine neue Koalition.

Demoskopen hatten seit Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linken Alexis Tsipras und dem konservativen Evangelos Meimarakis vorausgesagt. Der Konservative gestand seine Niederlage ein und gratulierte Tsipras zum Wahlsieg. 

Die Neuwahl war nötig geworden, weil Tsipras am 20. August seinen Rücktritt als Ministerpräsident erklärt hatte - um die Gegner in der eigenen Partei loszuwerden und sich ein stabiles Mandat der Wähler zu sichern. Die Syriza hatte sich über die den Gläubigern zugesagte Sparpolitik gespalten. Wahlberechtigt waren rund 9,8 Millionen Menschen. 

Die Ereignisse zum Nachlesen:

+++ 21.34 Uhr: Kammenos: Syriza und Anel bilden erneut Koalition +++

Syriza und die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (Anel) wollen nach Angaben von Anel-Chef Panos Kammenos erneut eine Koalition bilden. "Mit Alexis Tsipras als Ministerpräsident werden wir eine neue Regierung bilden", sagt Kammenos im griechischen Fernsehen. Die Regierung solle das Land aus den Spar- und Reformmaßnahmen herausführen

+++ 21.27 Uhr: EU-Parlamentspräsident Schulz fordert "stabile Regierung" in Athen +++

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) fordert den linken Wahlsieger Alexis Tsipras zu einer raschen Regierungsbildung auf. Griechenland brauche schnell eine "stabile Regierung", schreibt Schulz bei Twitter. Der französische Präsident François Hollande nennt das Wahlergebnis einen "beachtlichen Erfolg" für Tsipras und seine Syriza-Partei. Griechenland stehe "eine Periode der Stabilität mit einer soliden Mehrheit" bevor.

+++ 21.09 Uhr: Neues Recht-Links-Bündnis offenbar beschlossen +++

Nur wenige Stunden nach dem Ende der Wahl hat sich das Linksbündnis Syriza offensichtlich bereits mit den Rechtspopulisten auf eine neue Koalition verständigt. Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras habe sich mit dem Vorsitzenden der Unabhängigen Griechen (Anel), Panos Kammenos, nach Angaben aus Syriza-Kreisen geeinigt. Die Links-Rechts-Koalition hatte das Land bereits nach der Wahl im Januar für sieben Monate regiert.  

+++ 20.45 Uhr: Tsipras will wieder mit Rechtspopulisten koalieren+++

Parteikreisen zufolge will Tsipras auf seinen bisherigen Partner, die rechten "Unabhängigen Griechen", zurückgreifen. Auf Basis der letzten Auszählungen käme Syriza auf 144 der 300 Sitze im Parlament. Die ND erhielte 75 und die Rechtspopulisten auf zehn Sitze. Damit hätte das von Tsipras angestrebte Bündnis eine knappe Mehrheit.

+++ 20.14 Uhr: Vorsprung wird deutlicher +++

Nach Auszählung von 25 Prozent der Stimmen erreicht Syriza 35,33 Prozent, die konservative Nea Dimokratia von Evangelos Meimarakis 28,17 Prozent.

+++ 20.10 Uhr: Tsipras meldet sich zu Wort +++

Alexis Tsipras schreibt auf seinem Twitter-Account: "Vor uns öffnet sich der Weg der Arbeit und der Kämpfe."

+++ 20.04 Uhr: Syriza verfehlt absolute Mehrheit +++

Für eine absolute Mehrheit wären 151 der 300 Sitze des Parlaments notwendig. Syriza kommt nach dem Zwischenergebnis auf 144 Mandate, die ND auf 75 und die Goldene Morgenröte auf 20. Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar), die für die Wahl ein Bündnis gebildet hatten, hätten demnach 17 Sitze, die Kommunisten 15. Die Partei der politischen Mitte To Potami liegt bei 10 Mandaten, die Unabhängigen Griechen ebenfalls bei 10 und die Zentrumsunion bei 9. 

+++ 19.48 Uhr: Konservative gestehen Niederlage ein +++

Der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, räumt seine Niederlage ein. "Ich gratuliere Herrn (Alexis) Tsipras und fordere ihn auf seine Regierung zu bilden", sagt er im griechischen Fernsehen.

+++ 19.43 Uhr: Syriza gibt sich siegesgewiss +++

Nach Auszählung von rund 21 Prozent der Stimmen kommt Syriza auf knapp 35 Prozent, die konservative Nea Dimokratia (ND) liegt bei 28,2 Prozent. Drittstärkste Kraft wäre demnach die rechtsradikale Goldene Morgenröte mit rund 7,3 Prozent. 

Die Syriza gibt sich siegesgewiss: "Es kommt nur noch darauf an, wie groß unser Sieg sein wird". Tsipras wird von Anhängern der Partei mit Jubel empfangen, äußert sich aber zunächst nicht. Nach ersten Schätzungen von Demoskopen könnten dem Linksbündnis etwa sechs bis sieben Sitze für die absolute Mehrheit von 151 fehlen.

Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar), die für die Wahl ein Bündnis gebildet hatten, liegen bei 6,5 Prozent, die Kommunisten bei 5,5 Prozent. Die Partei der politischen Mitte To Potami kommt auf rund 3,8 Prozent, ebenso der einstige Koalitionspartner der Syriza, die rechtspopulistische Anel. 

+++ 19.23 Uhr: CDU/CSU reagiert erleichtert auf Wahlergebnis +++

Die CDU/CSU-Fraktion reagiert positiv auf die Hochrechnungen zum Ausgang der Griechenland-Wahlen. "Ich setze darauf, dass als Ergebnis dieser Wahl die Parteien, die die Vereinbarung mit der EU im Parlament unterstützt haben, nun auch in der Regierung zusammenarbeiten", sagt Unions-Außenexperte Jürgen Hardt der "Rheinischen Post". Dann stünde einer Reform des Landes nichts mehr entgegen.

+++ 19.19 Uhr: Erste Hochrechnungen: Syriza gewinnt +++

Das Linksbündnis Syriza hat ersten Hochrechnungen zufolge die Parlamentswahl in Griechenland am Sonntag mit klarem Vorsprung gewonnen. Nach Auszählung von 8,53 Prozent der Stimmen kommt Syriza auf 34,97 Prozent der Stimmen, die konservative Nea Dimokratia (ND) auf 28,76 Prozent.

+++ 18.24 Uhr: Rechtsradikale wären drittstärkste Kraft +++

Drittstärkste Kraft wäre den Prognosen zufolge die rechtsradikale Goldene Morgenröte. Sie kommt auf 6,5 bis 8,0 Prozent. Dahinter liegen die Kommunisten (5,5 bis 7 Prozent) und die Partei der politischen Mitte To Potami (4,5 bis 7 Prozent). Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar), die für die  Wahl ein Bündnis gebildet hatten, liegen bei 5,5 bis 7 Prozent. Mit ersten Hochrechnungen wird gegen 20.00 Uhr (MESZ) gerechnet.  

Der einstige Koalitionspartner der Syriza, die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (Anel), schaffen laut Prognose den Einzug ins Parlament nur knapp, sie kommen demnach auf 3 bis 4 Prozent. 

Auch die Volkseinheit (LAE), die durch die Spaltung der Syriza entstanden ist, muss um den Einzug zittern. Sie kommt auf 2,5 bis 3 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 9,8 Millionen Menschen.

+++ 18.14 Uhr: Syriza bräuchte Koalitionpartner +++

Bei einem solchen Ergebnis wäre Syriza auf einen Koalitionspartner angewiesen. Eine große Koalition mit der Nea Dimokratia hat Tsipras ausgeschlossen, während sein Herausforderer Vangelis Meimarakis zwar mit Syriza ein Bündnis eingehen würde, aber nicht mit Tsipras. Sollte die Regierungsbildung scheitern, müssten die Griechen, die unter der Schuldenkrise und der Flüchtlingskrise ächzen, in wenigen Wochen erneut zu den Wahlurnen schreiten.

+++ 18.01 Uhr: Erste Prognose: Syriza liegt leicht vorn +++ 

Aus einer gemeinsamen Prognose von fünf Fernsehstationen werden erste Ergebnisse bekannt: Die linke Syriza liegt leicht vor der konservativen Nea Dimokratia. Syriza kommt auf 30 bis 34 Prozent der Stimmen, Nea Dimokratia auf 28,5 bis 32,5 Prozent.

lie Reuters DPA AFP

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