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Guantanamo: Australier aus Haft entlassen

Der bislang einzige wegen Terrorismus-Vorwürfen verurteilte Guantanamo-Häftling David Hicks ist in seiner Heimat Australien aus dem Gefängnis entlassen worden. Nach insgesamt mehr als sechs Jahren in Gefangenschaft, wurde der 32-Jährige in Adelaide auf freien Fuß gesetzt.

Allerdings unterliegt Hicks weiterhin strengen Auflagen. So gilt für ihn von Mitternacht bis in die Morgenstunden eine Ausgangssperre. Außerdem darf er Australien nicht verlassen. In einer Erklärung, die Hicks über seinen Anwalt mitteilen ließ, bat der ehemalige Guantanamo-Häftling Journalisten um Rücksicht und Abstand: "Ich hatte gehofft, mit den Medien reden zu können. Aber mir fehlt im Moment einfach die Kraft dafür."

Er benötige zunächst viel Ruhe und auch ärztliche Betreuung, um seine traumatischen Erfahrungen nach mehr als fünf Jahren in Gefangenschaft auf Guantanamo zu verarbeiten. Hicks leidet wegen der extremen Haftbedingungen in dem US-Lager auf Kuba offenbar unter Agoraphobie, einer krankhaften Angst, alleine über freie Plätze oder Straßen zu gehen.

Hicks war Ende 2001 in Afghanistan gefangengenommen und danach mehr als fünf Jahre im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba festgehalten worden. Dort wurde er als erster Häftling von einem der umstrittenen Militärtribunale verurteilt. Zuvor hatte der frühere Känguru-Häuter gestanden, er habe sich von der Extremistengruppe Al-Kaida ausbilden lassen und deren Anführer Osama bin Laden getroffen. Im Mai wurde er von den US-Behörden nach Australien überstellt.

Reuters