Guantanamo Bush sucht nach Alternativen


Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hat sich in die Debatte über eine Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo eingemischt. Anscheinend mit Erfolg - George Bush macht erste Zugeständnisse.

Nach scharfer Kritik aus aller Welt an dem amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo lehnen die USA eine Schließung des umstrittenen Lagers auf Kuba offenbar nicht mehr grundsätzlich ab. Auf eine entsprechende Frage ging US-Präsident George Bush in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News am Mittwoch allerdings nicht direkt ein.

"Wir prüfen alle Alternativen um zu sehen, wie wir unser Ziel, Amerika zu schützen, am besten erreichen können", sagte Bush auf die Frage nach einer möglichen Schließung. "Was wir nicht wollen, ist jemand freilassen, der dann zurückkommt und uns Schaden zufügt." Bei den Gefangenen handele es sich Terroristen, sagte Bush.

Erst am Dienstag hatte der frühere US-Präsident Jimmy Carter die Regierung aufgefordert, Guantanamo zu schließen. Präsident George W. Bush würde damit beweisen, dass den USA ernsthaft am Schutz der Menschenrechte gelegen sei, sagte Carter. Die anhaltenden Berichte über Misshandlungen Gefangener im Irak, in Afghanistan und in Guantanamo schadeten dem Ruf der USA. Auch zwei Dutzend weitere Gefangenenlager sollten geschlossen werden.

Ohne Anklage festgehalten

Die USA halten auf dem Stützpunkt auf Kuba mehr als 540 Männer teilweise seit mehr als drei Jahren fest. Sie waren nach den Anschlägen auf das World Trade Center vom 11. September 2001 inhaftiert worden. Gegen sie ist bislang keine Anklage erhoben worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verglich das Lager mit sowjetischen Arbeitslagern. Entlassene berichteten von Misshandlungen.

Das Pentagon räumte inzwischen ein, dass in dem Lager unter anderem ein Koran mit Urin bespritzt wurde - aus Versehen, wie es hieß. Bush sagte, die Gefangenen würden im Einklang mit den Genfer Schutzbestimmungen für Kriegsgefangene behandelt. Als solche erkennt die Regierung sie allerdings nicht an, weil sie nicht in Uniform für ein Land gekämpft hätten.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker