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"Masterclass" Hillary Clinton hält ihre Siegesrede zum Gewinn der US-Präsidentschaftswahlen – fünf Jahre später

Hillary Clinton gesteht am 8. November 2016 ihre Niederlage gegen den designierten republikanischen Präsidenten Donald Trump ein
Hillary Clinton gesteht am 8. November 2016 ihre Niederlage gegen den designierten republikanischen Präsidenten Donald Trump ein
© Jewel Samad / AFP
Wie hätte der 8. November 2016 ausgesehen, hätte Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen verloren? Auf jeden Fall hätte Hillary Clinton als erste Frau im Amt eine Siegesrede gehalten – die hat sie nun veröffentlicht.

Niemand kann sagen, wie es heute um die USA, um die Welt stünde, hätte 2016 nicht Donald Trump, sondern Hillary Clinton die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen. In einem Fall lässt sich der Konjunktiv nun aber streichen: Die heute 74-jährige Clinton hat öffentlich gemacht, was sie damals für ihre Siegesrede vorbereitet hatte.  

In einem Auszug aus einem demnächst erscheinenden Video, das Clinton, wie viele andere Prominente zuvor,  für die Bildungs-Streaming-Plattform "Masterclass" aufgenommen hat, liest die ehemalige US-Außenministerin aus ihrer Rede vor, die sie im Fall ihres Wahltriumphs am 8. November 2016 in New York vorgetragen hätte. Pompös hätte es werden sollen, schreibt die "New York Times". Während ihrer Ansprache im Jacob K. Javits Convention Center sollte Konfetti in Form von Glasscherben von der gläsernen Decke regnen. Nun musste ihr ein – wenn auch geräumiges – Arbeitszimmer genügen.

Nie habe sie diese Rede mit jemanden geteilt, sie nie laut vorgelesen. Sie habe sich jetzt umentschieden, um zu zeigen "wer ich bin, woran ich glaube und was meine Hoffnungen für die Art von Land waren", sagt Clinton in einem Auszug aus der Masterclass-Episode, die am Mittwoch von "NBC Today" veröffentlicht wurde. Nach den einleitenden Erklärungen beginnt sie die Rede mit den Worten: "Meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie haben heute eine Botschaft an die ganze Welt gesendet. Unsere Werte haben Bestand, unsere Demokratie ist stark und unser Motto bleibt 'E pluribus unum'. Aus vielen wird eins. Wir werden uns nicht nur durch unsere Unterschiede definieren. Wir werden kein Land sein, in dem wir gegen sie kämpfen. Der amerikanische Traum ist groß genug für alle."

"Die Macht der Widerstandsfähigkeit"

Ihr Masterclass-Kurs trägt den Titel: "The Power of Resiliene" – die Macht der Widerstandsfähigkeit. Sie wolle sich mit "einer meiner öffentlichsten Niederlagen auseinandersetzen". Laut "New York Times" löste der Clip – wie zu erwarten – gemischte Reaktionen aus: Spott von Gegnern aus dem politisch rechten und linken Spektrum, aber auch Lob von ihren Anhängern.

Besonders bewegend dürften ihre Befürworter ihre Worte zum Thema Gleichberechtigung finden: "Ich habe Frauen getroffen, die geboren wurden, bevor Frauen das Wahlrecht hatten […] Jetzt wissen Sie und die ganze Welt, dass in Amerika jeder Junge und jedes Mädchen alles werden kann, wovon sie träumen – sogar Präsidentin der Vereinigten Staaten", sagt Clinton. Sie wurde als erste Frau in der Geschichte der USA von einer führenden Partei zur Präsidentschaftskandidatin gekürt.  Im weiteren Redeverlauf wirkt sie sichtlich gerührt, als sie von ihrer Mutter Dorothy Rodham spricht, die in armen Verhältnissen aufwuchs, und die sie als Mentorin sieht.

Hätte Clinton in ihrem Wahlkampf öfter so gesprochen, "hätte sie eine erfolgreichere Präsidentschaftskandidatur gehabt", sagt Kathleen Hall Jamieson, Professorin für Kommunikation an der University of Pennsylvania, gegenüber der "New York Times". Aber damit wären wir wieder beim Konjunktiv.

Quellen: "NBC Today"; "New York Times"; CNN

yks

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