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Historische Schritte: Zu Fuß zum "geliebten Führer"

Es war ein historischer Moment, als der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun zu Fuß die Grenze zu Nordkorea überschritt. In der dortigen Hauptstadt traf er überraschend den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il, zusammen nahmen sie eine Militärparade ab.

Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun ist zum zweiten gesamtkoreanischen Gipfeltreffen in Pjöngjang eingetroffen. Dort wurde Roh vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il empfangen. Das südkoreanische Fernsehen zeigte Bilder, wie beide nach der Begrüßung auf einem großen Platz in der nordkoreanischen Hauptstadt unter den Klängen von Marschmusik gemeinsam eine militärische Ehrengarde abschritten. Der Auftritt des als öffentlichkeitsscheu geltenden Kim kam überraschend, da er vorher nicht angekündigt worden war.

Später habe Roh während eines Treffens mit dem protokollarischem Staatsoberhaupt, Kim Yong Nam, über konkrete Maßnahmen zur Förderung einer neuen Friedensordnung für die koreanische Halbinsel gesprochen, berichten südkoreanische Medien. Offiziell sind zwei Gesprächsrunden mit Kim Jong Il geplant. Konkrete Gesprächsthemen wurden vor dem Treffen in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang, das für drei Tage angesetzt ist, nicht genannt.

Roh war zu Fuß über die Grenze in den Norden gegangen. Dabei überschritt er in der Nähe der Stadt Kaesong auf der Demarkationslinie einen gelben Streifen mit der Aufschrift "Frieden" und "Wohlstand". "Diese Linie ist eine Mauer, die unsere Nation seit einem halben Jahrhundert geteilt hat", sagte Roh. "Diese Mauer wird fallen." Anschließend fuhr die Wagenkolonne des Präsidenten nach Pjöngjang.

Beim ersten Gipfeltreffen im Jahr 2000 war der damalige südkoreanische Präsident Kim Dae Jung mit dem Flugzeug angereist. Vor seiner Abreise erklärte Roh, er wolle auf den Ergebnissen dieses des ersten Nord-Süd-Gipfels aufbauen und den langsamen Verlauf der Versöhnung zwischen beiden Staaten beschleunigen.

Roh wird auf seiner Reise von Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Politik begleitet. Nordkorea erhofft sich von dem Gipfeltreffen bessere Beziehungen zwischen beiden Staaten und eine Entspannung der Lage in der Region, wie der nordkoreanische UN-Botschafter Pak Gil Yon in einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York sagte. Ban, früher selbst südkoreanischer Außenminister, erklärte, er hoffe, beide Politiker würden bei ihrem Treffen ein historisches Ergebnis erzielen.

AP / AP