Indonesien Bush verkürzt Besuch aus Angst


US-Präsident George W. Bush ist in Indonesien, der letzten Station seiner Asienreise, angekommen. Dort will er allerdings nur ein paar Stunden bleiben - aus Angst vor Anschlägen. Tausende protestieren landesweit gegen ihn.

Für den sechsstündigen Besuch von US-Präsident George W. Bush in Indonesien haben Sicherheitskräfte die Kleinstadt Bogor nahe der Metropole Jakarta mit Stacheldrahtzäunen und mobilen Barrikaden abgeriegelt. Das Konferenzzentrum ist in einem Umkreis von rund zwei Kilometern abgesperrt.

Vor und während Bushs Besuch, der zuvor in Vietnam gewesen war, protestierten landesweit Tausende gegen den US-Präsidenten und vor allem gegen die Kriege in Afghanistan und im Irak. Demonstranten nannten den US-Präsidenten einen Kriegsverbrecher und Muslim-Hasser. Manche haben Plakate mit einem Bild von Bush und der Aufschrift: "Gesucht - tot oder lebendig" mitgebracht.

Wenig Hoffnungen auf neue Vereinbarungen

Meldungen, denen zufolge extremistische Islam-Gruppen Terroranschläge angekündigt haben sollen, wurden von den indonesischen Behörden in Jakarta nicht bestätigt. Bush bleibt allerdings wegen der großen Sicherheitsbedenken der US-Geheimdienste nur wenige Stunden im Land. Bush wird sich vor allem im Präsidentenpalast von Bogor aufhalten, wo er mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zusammentrifft.

Auf der Tagesordnung stehen die Themen Bildung, Armutsbekämpfung und die Eindämmung der Vogelgrippe. Vertreter beider Seiten dämpften jedoch Hoffnungen auf bedeutende neue Vereinbarungen.

Die Regierung in Washington zeigte sich aber zufrieden über das Vorgehen Indonesiens gegen islamistische Extremisten. Zugleich kamen die USA dem Inselstaat entgegen und lockerten die Einschränkungen für den Waffenexport. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land und ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region.

Probleme mit der "Air Force One"

Nach dem Treffen wird der US-Präsident seine knapp einwöchige Asienreise beenden und nach einem längeren Zwischenstopp in Hawaii nach Washington zurückkehren.

Entgegen ersten Befürchtungen konnte Bush am Montagmittag trotz technischer Probleme mit der Präsidentenmaschine - einem Flugzeug vom Typ Boing 747 - von Vietnam nach Indonesien weiterreisen. Die Schwierigkeiten mit der "Air Force One" seien rechtzeitig behoben worden, hieß es vom Weißen Haus. In Hanoi hatte ein Präsidentensprecher erklärt, Bush habe auf ein kleineres Flugzeug umsteigen müssen.

In Vietnam hat Bush China und Russland zur Zusammenarbeit im Streit über die Atomprogramme Nordkoreas und Irans aufgerufen. Beim Gipfeltreffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) traf er sich einzeln mit den Staatschefs beider Länder.

DPA/Reuters DPA Reuters

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