Indonesien Neue Tsunami-Warnungen lösen Panik aus


Knapp eine Woche nach dem schweren Tsunami hat es nun zwei neue Flutwarnungen in Indonesien gegeben. Die Seebeben vor den Inseln Sulawesi und Java lösten zwar keine Flut- aber eine Panikwelle aus.

Ein Seebeben der Stärke 6,1 hat sich vor der Westküste Indonesiens ereignet. Das Epizentrum habe unter dem Meer vor der Küste der Insel Sumatra gelegen, teilte das staatliche Amt für Meteorologie und Geophysik mit. Ein hochrangiger indonesischer Seismologe sagte einem Radiosender, das Beben sei offenbar zu schwach gewesen, um einen Tsunami auszulösen.

Auch vor der Küste der indonesischen Insel Sulawesi hat sich ein Seebeben ereignet - allerdings bereits am Sonntag. Die lokalen Behörden warnten umgehend vor einer Flutwelle und forderten die Küstenbewohner auf, höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Das Tsunami-Warnzentrum im Pazifik erklärte jedoch, das Beben habe nicht die Stärke gehabt, bei der Tsunamis entstünden. Die indonesischen Behörden gaben die Stärke des Bebens mit 6,6 an. Nach Messungen des US-Geological Survey lag sie bei 6,1. Das Epizentrum hat den Angaben zufolge etwa 90 Kilometer südöstlich der Stadt Gorontalo in einer Tiefe von rund 62 Kilometern gelegen.

Angst vor Tsunami treibt in die Flucht

Knapp eine Woche nach dem Tsunami in Indonesien mit rund 670 Toten haben die beiden neuen Flutwarnungen die Bewohner der Region in Angst und Schrecken versetzt. Zahlreiche Menschen verließen panikartig die Dörfer und flohen von der Küste in höher gelegene Gebiete. Die Behörden gaben jedoch später Entwarnung in beiden Fällen Entwarnung. Der Boden schwankte nur, ohne dass neue Tsunamis in einer Welle der Zerstörung über die Insel hinwegfegten.

Mehr Todesopfer als erwartet

Erst vor knapp einer Woche hatte eine Riesenflutwelle Teile der Küste der Nachbarinsel Java überschwemmt. Die Zahl der Todesopfer bei dem Tsunami stieg bis Sonntag auf 668.

In einem bislang unzugänglichen Gebiet im Bezirk Ciamis seien etwa 100 weitere Leichen gefunden worden, erklärten die Behörden. Unter den Opfern der Flutwelle vom vergangenen Montag waren den Angaben zufolge auch fünf ausländische Staatsbürger. 287 Menschen würden noch vermisst. Die Suche nach ihnen wurde wegen schlechten Wetters vorübergehend eingestellt. Insgesamt 74.100 Menschen hätten keine Wohnung mehr, hieß es weiter. Das Beben der Stärke 7,7 hatte einen Tsunami ausgelöst, der an einem 180 Kilometer langen Küstenstreifen im Süden Javas zahlreiche Wohnhäuser, Restaurants und Hotels zerstörte.

Reuters/AP AP Reuters

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