Irak Anschlag auf Polizeikonvoi


Im Zentrum von Bagdad gab es bei der Explosion einer Autobombe Dutzende Tote und Verletzte. Nach dem schweren Anschlag vom Dienstag standen erneut irakische Sicherheitskräfte im Visier der Täter.

In der Innenstadt von Bagdad hat am Freitag ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf einen Polizeikonvoi verübt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei der Explosion der Autobombe dreizehn Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Aus Regierungskreisen hieß es jedoch, die tatsächliche Zahl der Opfer werde wahrscheinlich weitaus höher liegen. Unter den Toten befänden sich mehrere Polizisten.

Der mit Sprengstoff beladene Wagen kam nach Polizeiangaben aus der Haifa-Straße und fuhr in der Raschid-Straße auf einen Konvoi von sechs Polizeifahrzeugen zu. Als der Attentäter den Konvoi erreicht habe, habe er die Explosion ausgelöst.

In der Haifa-Straße gingen US-Soldaten - unterstützt von irakischen Sicherheitskräften - unterdessen gegen mutmaßliche Stellungen von Extremisten vor. Dabei kam es zu Schusswechseln. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 50 Verdächtige festgenommen. In der Straße war am Dienstag eine Autobombe in der Nähe einer Polizeiwache explodiert. Dabei kamen 47 Menschen ums Leben.

Bei Angriffen auf Falludscha auch Frauen und Kinder getötet

Bei amerikanischen Angriffen auf mutmaßliche Stellungen Aufständischer in der irakischen Stadt Falludscha und umliegenden Dörfern wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 44 Menschen getötet und 27 verletzt, darunter Frauen und Kinder. Falludscha gilt als Hochburg sunnitischer Widerstandskämpfer. Ziel der Aktion, die am Donnerstag begann und bis Freitag andauerte, waren nach Militärangaben Anhänger des jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi.

Die US-Streitkräfte bezeichneten die Angriffe als Präzisionsschlag. Eine nachfolgende Offensive in Ramadi hatte nach amerikanischen Angaben die bislang wenig bekannte Gruppe Daham Terroristen-Netzwerk zum Ziel, die Verbindungen zu Al Sarkawi haben soll. Bei dem dortigen Angriff wurden nach irakischen Angaben sieben Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Zu neuen Kämpfen kam es auch in der westlichen Provinz Anbar. Nördlich von Bagdad wurde die Leiche eines westlichen Ausländers gefunden. Der Tote wurde nach Angaben irakischer Sicherheitskräfte nahe des Dorfes Jethrib aus dem Tigris gezogen. Die Todesursache war allem Anschein nach ein Schuss in den Hinterkopf. In Basra überfielen Bewaffnete zwei Männer, die für die britische Armee arbeiteten. Einer wurde getötet, der andere verletzt.

Die Äußerungen von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Irak-Krieg sei illegal gewesen, sorgten weiter für Zündstoff. Das Außenministerium in Washington bekräftigte die Auffassung der USA, der Krieg sei vom Völkerrecht ebenso wie von einschlägigen UN-Resolutionen abgedeckt gewesen. Die 2002 verabschiedete UN-Resolution 1441 habe "ernste Konsequenzen" angedroht, falls der Irak nicht abrüste.

Laut einem Bericht des amerikanischen Chefinspekteurs Charles Duelfer besaß der Irak vor dem Krieg keine Massenvernichtungswaffen. Es habe aber Anzeichen dafür gegeben, dass Saddam Hussein entsprechende Pläne zu einem späteren Zeitpunkt umsetzen wollte. Die USA und Großbritannien hatten die vermeintliche Existenz von Massenvernichtungswaffen als Rechtfertigung des Krieges herangezogen.

Die Beteiligung Deutschlands an der NATO-geführten Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte nimmt konkrete Formen an. Bundesverteidigungsminister Peter Struck berichtete am Freitag von einem Treffen deutscher und irakischer Vertreter in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dabei sei vereinbart worden, dass die Bundeswehr in den Emiraten Iraker zu Fahrlehrern und für die Instandhaltung von Lastwagen ausbilde.

AP AP

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