Irak Deutsche an die Wüsten-Front


Die USA planen eine Reduzierung der Gesamtstärke ihrer Truppen im Irak von derzeit rund 130 000 auf etwa 100 000 Mann bis Mai 2004. Auch Deutsche sollen einspringen.

Die USA planen nach Medienberichten einen Austausch ihrer Truppen im Irak und eine Reduzierung der Gesamtstärke von derzeit rund 130 000 auf etwa 100 000 Mann bis Mai 2004. Zugleich werde die Zahl der irakischen Truppen nach den Plänen des Pentagons weiter erhöht, berichtete der US-Fernsehsenders CBS am Mittwoch. Nach den Worten des amerikanischen Botschafters in Deutschland, Daniel Coats, wünschen sich die USA auch einen stärkeren Beitrag Deutschlands im Irak.

Insgesamt 100 000 US-Soldaten, darunter Angehörige von Marine und Luftwaffe, Reservisten, Mitglieder der Nationalgarde und Marineinfanteristen, sollen Anfang nächsten Jahres in den Irak entsandt werden und die derzeitigen amerikanischen Truppen dort ablösen. Eine entsprechende Ankündigung werde Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Donnerstag machen, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Zurzeit nicht genug Besatzungstruppen

Vize-Generalstabschef Peter Pace sagte am Mittwoch vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Repräsentantenhauses, die Zahl der irakischen Sicherheitskräfte solle von derzeit 100 000 auf etwa 170 000 Mann und später dann auf bis zu einer Viertel Million steigen. Der republikanische Senator und Ausschuss-Mitglied John McCain kritisierte, dass die Zahl der US-Soldaten im Irak nicht ausreiche. Er appellierte an US-Präsident George W. Bush, amerikanische Soldaten so zahlreich und so lange wie für den Sieg nötig zu entsenden.

US-Botschafter Coats sagte der "Schweriner Volkszeitung" (Donnerstag): "Die deutsche Unterstützung in Afghanistan wissen wir sehr zu schätzen. Wenn es in Zukunft aber auch einen großen deutschen Beitrag auch im Irak geben würde, würden wir das sehr begrüßen." Im Zusammenhang mit dem deutschen Streben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat sagte der Botschafter, Deutschland wäre bei einer Erweiterung des Gremiums sicherlich ein wichtiger Kandidat. "Aber meiner Meinung nach muss ein ständiges Mitglied auch einen starken außenpolitischen Einfluss vorweisen können, gestützt auf starke Streitkräfte. Daran müsste Deutschland zurzeit noch arbeiten", fügte Coats hinzu.

Weitere Festnahmen im Irak

Unterdessen nahmen Soldaten der 82. US-Luftlandedivision zwei ehemalige Generäle der irakischen Armee fest. Die beiden Militärs seien "maßgebliche Geldgeber und Organisatoren von Anti-Koalitions- Kämpfern in und um Falludscha gewesen", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des US-Militärkommandos in Bagdad. Im Anschluss an die Festnahme am Dienstag sei auch ein Waffenlager entdeckt worden, in dem 20 Panzerfäuste sowie Mörser- und Maschinengewehrmunition sichergestellt worden sei.


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