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Irak-Einsatz: Terroristen drohen Berlusconi

Eine radikale Moslem-Gruppe mit angeblichen Verbindungen zur Al-Kaida hat Anschläge in Italien angekündigt, weil das Land nicht wie gefordert bis zum 15. August seine Truppen aus dem Irak abgezogen hat.

Eines der Hauptziele sei Ministerpräsident Silvio Berlusconi, hieß es in einer Erklärung der Abu-Hafs-al-Masri-Brigaden, die am Sonntag auf einer islamischen Internetseite veröffentlicht wurde. Die Kämpfer der Gruppe seien angewiesen worden, "alle Ziele" in Italien anzugreifen. Die Anschläge würden solange verübt werden, bis der Irak sicher sei. Die Echtheit des Textes war zunächst unklar. Auf der Internetseite wurden in der Vergangenheit wiederholt Erklärungen der Gruppe veröffentlicht.

"Die italienische Regierung hat ihr eigenes Grab geschaufelt, nachdem sie dem Rat des ungläubigen Amerika gefolgt und im Irak geblieben ist, um Blut zu vergießen. Daher ist sie für all das Blut verantwortlich, dass in Italien fließen wird", hieß es in der Erklärung der Gruppe. Die Abu-Hafs-al-Masri-Brigaden haben Italien wiederholt gedroht und sich zu mehreren Anschlägen bekannt, darunter auch zu den Attentaten auf Pendlerzüge am 11. März in der spanischen Hauptstadt Madrid. Offiziell wurde sie allerdings nie mit einem der Anschläge in Zusammenhang gebracht.

Bin Laden stellte europäischen Statten ein Ultimatum von drei Monaten

Ende Juli hatte die Gruppe auf der Internetseite einen blutigen Krieg gegen Europa ausgerufen und Italiens Ministerpräsident Berlusconi als ihr erstes Anschlagsziel genannt. Eine von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ausgerufene Waffenruhe sei bereits abgelaufen, hieß es damals.

Bin Laden hatte auf einem Tonband am 15. April den europäischen Staaten ein Ultimatum von drei Monaten gestellt, ihre Truppen aus dem Irak, Afghanistan und anderen moslemischen Ländern abzuziehen. Anderenfalls müssten sie mit Anschlägen wie in Madrid rechnen. Damals waren bei Bombenanschlägen auf vier Züge 191 Menschen getötet worden. Die damals noch amtierende spanische Regierung gehörte wie Italien zu den engsten Verbündeten der USA im Irak-Krieg. Unter dem Eindruck der schweren Bombenanschläge hatten die Spanier allerdings eine neue Regierung gewählt, die nach ihrem Amtsantritt die Soldaten des Landes aus dem Irak abzog.