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Iran: Explosion in der Nähe von Atomkraftwerk

Ein unbekanntes Flugzeug soll nach Angaben des iranischen Fernsehens eine Rakete auf ein Atomkraftwerk in der Provinz Buschehr abgefeuert haben. Der iranische Sicherheitsrat behauptet die Explosion stamme von Dammbauarbeiten.

Die Explosion im Süden des Iran ging nach Angaben des obersten iranischen Sicherheitsrates auf eine Sprengung beim Dammbau zurück.

Der iranische Fernsehsender "al Alam" hatte zuvor berichtet, es habe eine schwere Detonation in der Provinz Buschehr gegeben. "Eine große Explosion war heute Morgen am Stadtrand von Dailam in der Provinz Buschehr zu hören. Augenzeugen sagten, dass die Rakete von einem unbekannten Flugzeug 20 Kilometer außerhalb der Stadt abgefeuert wurde", hieß es in dem Bericht. Der Sender hatte aber auch andere Informanten in der Provinz zitiert, die meinten, es handele sich um ein iranisches Flugzeug, das einen Treibstofftank verloren habe.

Kernkraftanlage ist den USA ein Dorn im Auge

Die Kernkraftanlage in Buschehr ist vor allem den USA schon lange ein Dorn im Auge. Seit Beginn der Bauarbeiten hatten die USA, den Iran verdächtigt, die Anlage für ein geheimes Atomwaffenprogramm zu missbrauchen. Ursprünglich war das Kraftwerk ein deutsch-iranisches Projekt. Am 1. Mai 1975 hatte die deutsche Kraftwerksunion der Siemens AG mit dem Bau der Anlage begonnen. Doch die Arbeiten verzögerten sich. Als 1980 der Krieg mit dem Irak begann, zogen sich die Deutschen zurück und das Projekt lag zehn Jahre auf Eis.

15 Jahre später übernahm das russische Unternehmen Atomstroiexport die Arbeiten an dem Werk. Im Oktober 2004 wurde das Werk dann endgültig fertig gestellt. Zuvor hatte die iranische Atomenergiebehörde AEOI bereits mit einem Moskauer Unternehmen eine Lieferung von verbrauchten Brennelementen vereinbart. Die USA befürchteten aber, dass die verbrauchten Brennstäbe dem Iran den Bau von Atomwaffen ermöglichen könnten. Russland erklärte dagegen, dass es angeblich nur dann Brennstoff für den Leichtwasserreaktor von Buschehr liefern wolle, wenn Teheran sein Atomprogramm einfriert. Dennoch hatten die Amerikaner Russland aufgefordert ihre nukleare Zusammenarbeit mit dem Iran zu stoppen. Für den Fall, dass sie mit diplomatischen Mittel in dem Konflikt nicht weiter komme, drohte die USA sogar mit einer Bombadierung des Kraftwerks.

Iran und Syrien bilden Front gegen die USA

In den vergangenen Wochen war der Konflikt zwischen dem Iran und den USA neu aufgeflammt. Verschärft wurde der Streit durch das tödliche Attentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri. Die US-Regierung hatte Syrien indirekt beschuldigt an dem Mord beteiligt zu sein, indem sie behauptete Syrien unterstütze Terrorismus. Am Dienstag rief sie dann ihre Botschafterin in Damaskus zu Konsultationen nach Washington zurück.

Der Iran und Syrien hatten daraufhin am Mittwoch erklärt, sich in Zukunft gemeinsam den Bedrohungen durch die USA zu stellen. Im Falle eine amerikanischen Militärschlags gegen Syrien ist Iran zum Beistand bereit, sagte Irans Vize-Präsident Mohammed Resa Aref nach einem Gespräch mit Syriens Ministerpräsident Nadschi al Otari. Wie die Hilfe gegebenenfalls aussehen könnte, nannte er nicht. Er sagte lediglich, dass der Iran Syrien im Fall eines Angriffs seine "Erfahrungen" zur Verfügung stellen werde. Nadschi al Otari hatte seinerseits entgegnet: "Dieses Treffen, das zu einer sensiblen Zeit stattfindet, ist wichtig, besonders weil Syrien und der Iran vor mehreren Herausforderungen stehen und es notwendig ist, eine gemeinsame Front zu bilden."

Reuters/AP / AP / Reuters