Inzwischen haben sieben aus Irans Fußballteam Asyl beantragt. Trump will den Krieg schnell abschließen, der Iran aber lehnt Waffenruhe ab. Alle Entwicklungen zum Irankrieg im Liveblog.
Wichtige Updates
Yannik Schüller
Hier die aktuell wichtigsten Meldungen:
- US-Präsident Donald Trump hat überraschend erklärt, der Krieg sei „so gut wie abgeschlossen“ – der Iran verfüge über keine Marine, keine Kommunikationswege und keine Luftwaffe mehr. Die iranischen Revolutionsgarden widersprechen vehement.
- Hunderttausende Menschen sollen laut iranischen Staatsmedien an den organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Modschtaba Chamenei teilgenommen haben.
- Der Angriff auf eine Mädchenschule im Iran vergangene Woche, bei dem angeblich 150 Menschen starben, soll von den USA offiziell untersucht werden.
- Australien gewährt sieben Mitgliedern des iranischen Frauen-Fußballteams Asyl. Iran erwägt, lieber nicht an der Männer-WM in den USA teilzunehmen.
- Der hochrangige iranische Funktionär Ali Laridschani hat neue Drohungen Trump mit einer Warnung erwidert: „Passen Sie selbst auf, dass Sie nicht ausgelöscht werden.“
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Matthias Urbach
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Irankrieges. Zu dieser Einschätzung sei er nach einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar in Israel und nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio gekommen, sagt Wadephul in den ARD-„Tagesthemen“. „Wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht.“ Es gehe Israel und den USA darum, das Arsenal des Iran zu zerstören.
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Matthias Urbach
Die USA haben 16 iranische Minenleger nahe der Straße von Hormus angegriffen. Das erklärt das Zentralkommando der US-Streitkräfte und veröffentlicht zum Beleg ein Video, das mehrere Treffer auf Schiffen zeigt. Es ist unklar, ob bereits Minen ausgelegt worden sind.
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Matthias Urbach
Irans Fußballverband denkt darüber nach, nicht an der nächsten WM der Männer teilzunehmen. Grund sind der Hymnen-Protest der Frauen-Elf und die Tatsache, dass so viele Mitglieder während des Asien-Cups Asyl beantragt haben. „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?“, sagt der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes, Mehdi Tadsch, gegenüber der Nachrichtenagentur Isna.
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Matthias Urbach
Der Rest des iranischen Frauenfußballteams ist nach australischen Medienberichten inzwischen auf dem Rückweg in den Iran. Direkt am Flughafen wurden fast alle Mitglieder von Team und Mannschaft noch mal von den australischen Behörden einzeln gefragt, ob sie bleiben wollten.
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Matthias Urbach
Zwei weitere Asylanträge aus Irans Fußballteam in Australien
Eine weitere Fußballspielerin des iranischen Frauenteams und ein Mitglied des Stabes haben Asyl in Australien beantragt – und werden es gewährt bekommen. Das bestätigte Australiens Innenminister Tony Burke gegenüber australischen Medien.
Vergangene Nacht wurde bereits fünf Spielerinnen des iranischen Frauen-Fußballteams Asyl garantiert. Das Team war in der Heimat in Ungnade gefallen, nachdem es beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien bei der Nationalhymne nicht mitgesungen hatte.
Vergangene Nacht wurde bereits fünf Spielerinnen des iranischen Frauen-Fußballteams Asyl garantiert. Das Team war in der Heimat in Ungnade gefallen, nachdem es beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien bei der Nationalhymne nicht mitgesungen hatte.
Ohne Kopftuch in Australien: Die ersten fünf Fußballerinnen, die Asyl garantiert bekamen, posieren mit Innenminister Tony Burke. Quelle: Australia Ministry of Home Affairs via AP / DPA
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Thomas Krause
Die iranischen Behörden haben nach eigenen Angaben zahlreiche Menschen wegen Spionagevorwürfen festgenommen. Ein ausländischer Staatsbürger habe für die USA und Israel spioniert und als Mittelsmann für zwei Golfstaaten agiert, teilt das Geheimdienstministerium laut staatlichen Medien mit. Zudem seien in den vergangenen Tagen 30 „Spione, inländische Söldner und Agenten“ Israels und der USA gefasst worden. Polizeichef Ahmadresa Radan erklärt im staatlichen Fernsehen zudem, es seien bislang etwa 81 Personen in Gewahrsam genommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, interne Informationen an „feindliche Medien und Feinde“ weitergegeben zu haben.
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Thomas Krause
Der französische Präsident Emmanuel Macron beruft für Mittwoch eine Videokonferenz der G7-Staats- und Regierungschefs zur Lage im Nahen Osten ein. Schwerpunkte der Beratungen seien die Auswirkungen des Konflikts auf die Energiemärkte sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Situation, teilt der Elysée-Palast mit. Die Schalte soll um 15.00 Uhr (MEZ) beginnen. Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören neben dem aktuellen Vorsitzland Frankreich auch Deutschland, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA.
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Fabian Huber

Ein Blick in die jordanische Hauptstadt Amman, wohin ich nach einigen Tagen in Israel ausgereist bin. Immer wieder ertönt auch hier Luftalarm, den die Menschen geflissentlich ignorieren. Denn man hat hier eine sehr merkwürdige Zuschauerperspektive auf diesen Krieg: Über meinem Kopf schwirren Militärhelikopter, israelische Kampfjets düsen in Richtung Teheran, iranische Raketen zischen in die Gegenrichtung, 100 Kilometer weiter nach Westen, in Richtung Tel Aviv. „Fast wie Kino“, scherzt der Besitzer eines kleinen Restaurants um die Ecke.
Der Blick von hier auf den Nachbarstaat Israel ist ein sehr zwiespältiger. Jordanien gilt als enger Verbündeter des Westens. Die USA halten im Land eine große Luftwaffenbasis, in der seit einigen Jahren auch die Bundeswehr ein Feldlager aufgeschlagen hat. Amman hilft Israel mit seiner Luftabwehr, Raketen abzufangen. Bei einem großen Teil der Bevölkerung kommt das nicht zwingend gut an: Über 50 Prozent der Menschen sind hier palästinensischer Abstammung. Ihre Familien wurden vor Generationen im Zuge der israelischen Staatsgründung vertrieben.
Der Blick von hier auf den Nachbarstaat Israel ist ein sehr zwiespältiger. Jordanien gilt als enger Verbündeter des Westens. Die USA halten im Land eine große Luftwaffenbasis, in der seit einigen Jahren auch die Bundeswehr ein Feldlager aufgeschlagen hat. Amman hilft Israel mit seiner Luftabwehr, Raketen abzufangen. Bei einem großen Teil der Bevölkerung kommt das nicht zwingend gut an: Über 50 Prozent der Menschen sind hier palästinensischer Abstammung. Ihre Familien wurden vor Generationen im Zuge der israelischen Staatsgründung vertrieben.
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Thomas Krause
Außenminister Johann Wadephul setzt in Saudi-Arabien seinen Krisenbesuch in vom Iran-Krieg betroffenen Ländern fort. Der CDU-Politiker kam am Abend in der Hauptstadt Riad mit dem saudischen Außenminister Faisal bin Farhan zusammen. Wadephul wollte auch ausloten, welche Perspektiven die Regierung in dem Golf-Königreich für ein Ende der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und für die Zeit danach sieht.
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Thomas Krause
Die US-Marine hat nach Angaben von Insidern fast tägliche Bitten der Schifffahrtsbranche abgelehnt, Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Zur Begründung habe die Marine darauf verwiesen, dass das Risiko von Angriffen derzeit zu hoch sei, sagen die Insider, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Einschätzung der Marine steht im Widerspruch zu Aussagen von Präsident Donald Trump, wonach die USA im Bedarfsfall jederzeit zu Begleitschutz bereit seien, um die Transporte in der wichtigen Wasserstraße wieder aufzunehmen. Nach Angaben von General Dan Caine, dem Vorsitzenden des Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, hat das US-Militär damit begonnen, Optionen für mögliche Schiffseskorten durch die Meerenge zu prüfen, falls ein entsprechender Befehl erteilt werden sollte. Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran ruht der Schiffsverkehr in der Meerenge fast vollständig.
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Thomas Krause
Irans Außenminister Abbas Araghtschi fordert von UN-Generalsekretär António Guterres und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Blick auf den Iran-Krieg „stärkere und verantwortungsvollere Positionen“. Es müsse ein „eindeutiges Verurteilen der Aggression“ der USA und Israels geben, sagt Araghtschi laut der Nachrichtenagentur Tasnim.
In einem Telefonat mit Guterres habe der iranische Außenminister auf die Rolle der Vereinten Nationen als Friedensbewahrer hingewiesen, meldet Tasnim weiter. Es gebe eine entsprechende „ernsthafte Erwartung der iranischen Regierung und des iranischen Volkes“, sagt der Minister demnach.
In einem Telefonat mit Guterres habe der iranische Außenminister auf die Rolle der Vereinten Nationen als Friedensbewahrer hingewiesen, meldet Tasnim weiter. Es gebe eine entsprechende „ernsthafte Erwartung der iranischen Regierung und des iranischen Volkes“, sagt der Minister demnach.
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Thomas Krause
Israels Präsident Jitzchak Herzog legt sich nicht auf einen konkreten Zeitplan für den Krieg gegen den Iran fest. „Die Iraner sind diejenigen, die überall in der Region und in der Welt Chaos und Terror verbreiten. Ich denke also, wenn wir alles nur an einem Tachometer messen, kommen wir nicht weiter. Wir müssen tief durchatmen und zum Endergebnis gelangen“, sagt Herzog in einem vorab veröffentlichten „Bild“-Interview.
Wenn die iranische Bedrohung eliminiert sei, sei dies wie Sauerstoff für Israel: „Wir können ermöglichen, dass das gesamte System in der Region plötzlich wieder atmen und sich weiterentwickeln kann. Das ist fantastisch.“ Herzog äußert die Erwartung, derzeit „die gesamte Konfiguration des Nahen Ostens“ zu verändern und verweist auf den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023: „Es ist ein zusammenhängender Krieg. Er begann am 7. Oktober, und meiner Meinung nach erreichen wir vielleicht das letzte Kapitel des Krieges.“ Herzog verteidigt auch den Beschuss iranischer Ölfelder: Dadurch werde Irans „Kriegsmaschinerie“ die Finanzierung entzogen.
Wenn die iranische Bedrohung eliminiert sei, sei dies wie Sauerstoff für Israel: „Wir können ermöglichen, dass das gesamte System in der Region plötzlich wieder atmen und sich weiterentwickeln kann. Das ist fantastisch.“ Herzog äußert die Erwartung, derzeit „die gesamte Konfiguration des Nahen Ostens“ zu verändern und verweist auf den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023: „Es ist ein zusammenhängender Krieg. Er begann am 7. Oktober, und meiner Meinung nach erreichen wir vielleicht das letzte Kapitel des Krieges.“ Herzog verteidigt auch den Beschuss iranischer Ölfelder: Dadurch werde Irans „Kriegsmaschinerie“ die Finanzierung entzogen.
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Thomas Krause
Trump fordert den Iran auf, keine Minen in der Straße von Hormus zu platzieren. Die USA hätten zwar keine Berichte, wonach der Iran dies getan habe, schreibt Trump in seinem Online-Dienst Truth Social. Sollte der Iran aber dennoch „aus irgendeinem Grund“ Minen in der Meerenge ausgelegt haben, so müsse er diese sofort entfernen. Sollte dies nicht unverzüglich geschehen, „wird dies für den Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben“. Sollten die Iraner hingegen „entfernen, was womöglich platziert wurde“, wäre das „ein großer Schritt in die richtige Richtung“.
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Thomas Krause
Iran lehnt Waffenruhe ab
Der Iran will im Krieg gegen Israel und die USA nach den Worten von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf keine Waffenruhe. „Wir streben natürlich keine Waffenruhe an“, erklärte Ghalibaf auf Englisch im Onlinedienst X: „Wir glauben, dass der Aggressor bestraft und ihm eine Lektion erteilt werden muss, die ihn von weiteren Angriffen auf den Iran abhalten wird.“
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DPA · AFP · Reuters · SID
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