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ISRAEL: Bethlehem: Mönch schwer verletzt

Ein Mönch wurde Opfer einer Schießerei vor der Geburtskirche in Bethlehem. Israelis und Palästinenser schieben sich gegeseitig die Schuld dafür in die Schuhe.

Bei einer Schießerei vor der Geburtskirche in Bethlehem ist am Mittwoch ein armenischer Mönch schwer verletzt worden. Der 22-Jährige wurde in ein Krankenhaus nach Jerusalem gebracht. Israelis und Palästinenser beschuldigten sich gegenseitig, auf den Mann geschossen zu haben. Ein Ende der seit mehr als einer Woche andauernden Kirchenbelagerung zeichnete sich nicht ab.

Wer geschossen hat, ist umstritten

Ein palästinensischer Polizist sagte, israelische Soldaten vor der Kirche hätten eine Tür aufgebrochen und geschossen. Hingegen erklärte der israelische Militärsprecher Jacob Dallal, die Soldaten seien bei der Verteilung von Lebensmitteln für die 60 Priester und Nonnen der Klosteranlage angegriffen worden. Dabei sei ein Mönch getroffen worden. Die Israelis hätten das Feuer nicht erwidert.

Belagerung der Geburtskirche dauert an

In Jerusalem beschloss am Mittwoch das israelische Sicherheitskabinett, die Belagerung der Geburtskirche in Bethlehem fortzusetzen, bis sich die dort verschanzten Palästinenser ergeben. In dem Gebäude halten sich mehr als 200 Palästinenser auf, unter ihnen zahlreiche bewaffnete Kämpfer und mehrere Verletzte.

Der israelische Staatspräsident Mosche Katzav informierte den Vatikan in einem Brief über die anhaltende Belagerung. Israel habe Respekt vor den heiligen Stätten des Christentums, hieß es in dem Schreiben. Die Armee habe jedoch keine Alternative zu dem Aufmarsch, um die bewaffneten Palästinenser an der Flucht zu hindern. Eine Aufhebung der Belagerung würde nach Worten Katzavs eine »schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit« bedeuten. Die israelischen Truppen hätten die Anweisung, nicht auf die Kirche zu schießen, betonte Katzav.