Israel Scharons Notoperation geglückt

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist nach seiner Notoperation wieder außer Lebesgefahr. Der Eingriff war nötig geworden, nachdem Schäden am Verdauungssystem des Politiker entdeckt worden waren.

Nach der Notoperation ist der Zustand des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nach Angaben seiner behandelnden Ärzte kritisch, aber stabil. Bei dem Eingriff sei es nicht zu Komplikationen gekommen. Teile des Darms seien entfernt worden.

Die mehrstündige Operation war am Morgen nötig geworden, nachdem sich der Gesundheitszustand Scharons dramatisch verschlechtert hatte. Eine Computertomographie des Magens hatte ergeben, dass Scharons Verdauungstrakt schwer geschädigt war. Es bestand das Risiko einer Necrosis, eines Absterbens des Gewebes in den Eingeweiden. Daraufhin hatten die Ärzte sich zu einer neuerlichen Operation entschlossen.

Zuvor hatte die Sprecherin des Krankenhauses, Jael Bossem-Levy, bekannt gegeben, dass das Leben Scharons in großer Gefahr sein. Sein Zustand sei sehr ernst. Im israelischen Radio hieß es, die Blutversorgung des Verdauungstrakts habe zur Verschlechterung seines Zustands geführt. Der 77-jährige Scharon liegt seit einem Schlaganfall am 4. Januar auf der neurologischen Intensivstation im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus im Koma. Israelische Medien hatten vor mehreren Tagen berichtet, Scharon werde demnächst in ein Rehabilitationszentrum verlegt.

Am 1. Februar war ihm eine Magensonde gelegt worden, um ihn künstlich zu ernähren. Nach Ansicht von Experten sind die Chancen, dass Scharon wieder das Bewusstsein erlangt, gering.

Die Amtsgeschäfte führt der bisherige Vizeregierungschef Ehud Olmert. Kurz vor seinem Schlaganfall hatte Scharon sich mit einer neuen Partei auf eine Wiederwahl bei der am 28. März geplanten Parlamentswahl vorbereitet. Umfragen zufolge kann die von ihm ins Leben gerufene Kadima-Partei mit einem deutlichen Wahlsieg rechnen. Der ehemalige General war seit Jahrzehnten eine politische Schlüsselfigur im Nahen Osten. In den vergangenen Jahren hat er sich positiv über die Gründung eines Palästinenser-Staats geäußert.

AP · DPA · Reuters
AP/DPA/Reuters

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