Kabul Taliban greifen Luxushotel an


Ein Selbstmordattentäter und drei mit Gewehren und Granaten bewaffnete Kämpfer haben ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul gestürmt. Mindestens sechs Menschen sind ums Leben gekommen. Der norwegische Außenminister konnte in den Keller des Hauses flüchten.

Bei einem Selbstmordanschlag von Kämpfern der radikal-islamischen Taliban auf ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Angreifer attackierten das schwer gesicherte Serena Hotel am Montagabend mit Handgranaten und Maschinenpistolen, wie der Sprecher des Innenministeriums, Zemarai Bashary, sagte. Dabei seien auch sechs Menschen verletzt worden. Ein Polizeisprecher teilte mit, einer der Angreifer habe sich in der Hotellobby in die Luft gesprengt.

Am Montagabend starb auch ein norwegischer Journalist an den Folgen von Schusswunden, wie in Oslo mitgeteilt wurde. Vorher waren bereits drei afghanische Wachposten, ein US-Bürger sowie einer der Attentäter ums Leben gekommen. Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Støre, der sich zu Gesprächen in dem Hotel aufhielt, blieb unverletzt. Er wurde sofort nach der ersten Explosion im Keller des Hotels in Sicherheit gebracht. Der Minister war am Montag mit einer zehnköpfigen Delegation in Kabul eingetroffen.

Hinweise auf deutsche Opfer gebe es nach bisher vorliegenden Informationen nicht, hieß es nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin. "Die Botschaft in Kabul ist eingeschaltet und bemüht sich um Aufklärung", sagte ein Sprecher. Einen Bericht von "Spiegel Online", wonach sich deutsche Sicherheitsbeamte in dem Hotel aufhielten, wollte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden nicht kommentieren.

Die Taliban bekannten sich telefonisch zu der Tat. Ein Sprecher der Extremisten sagte, insgesamt vier Taliban-Kämpfer hätten das Hotel angegriffen. Das Serena Hotel wird vor allem von Ausländern genutzt. Sicherheitskräfte sperrten den Tatort in der Innenstadt von Kabul weiträumig ab.

Zuletzt hatte in Kabul Anfang Dezember ein Selbstmordattentäter 16 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Seit Anfang 2007 sind in Afghanistan bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 6400 Menschen ums Leben gekommen, so viele wie in keinem anderen Jahr seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.

Bei einem Bombenanschlag in der pakistanischen Hafenmetropole Karachi kamen am Montag mindestens sieben Menschen ums Leben. Medienberichten zufolge war der an einem Motorrad befestigte Sprengsatz vor einem belebten Markt explodiert. Der Fernsehsender DawnNews berichtete von mindestens 25 Verletzten. Ein Polizeisprecher sagte, es habe sich nicht um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

DPA/AP AP DPA

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