Katsavs Sex-Skandal Staatsanwalt fordert Rücktritt


Er soll Mitarbeiterinnen vergewaltigt haben, heißt es. Israels Staatspräsident Mosche Katsav weist die Vorwürfe zurück, spricht von Rufmord. Dennoch fordert Israels Generalstaatsanwaltschaft nun, dass Katsav sein Amt ruhen lässt.

Israels Generalstaatsanwaltschaft hat dem mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Präsidenten Mosche Katsav einen Amtsverzicht empfohlen. Generalstaatsanwalt Menachem Masus reagiere damit auf einen gerichtlichen Antrag, teilte das Justizministerium am Sonntag mit. Das Büro des Präsidenten lehnte eine Stellungnahme ab.

Katsavs Anwalt Zijon Amir berät im Laufe des Tages mit dem Präsidenten darüber, ob der Aufforderung des Generalstaatsanwalts nachgekommen werden soll. "Der Präsident ringt nicht nur um seine persönliche Ehre und Unschuld, er kämpft auch - und hier lohnt es sich, hinzuhören - für Rechtsstaatlichkeit, für Respekt für die Rechte des Einzelnen", sagte Amir gegenüber "Israel Radio".

Katsav spricht von Rufmord

Der 60-jährige Katsav hatte zuvor alle Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er sei das Opfer eines gezielten Rufmordes. Katsav steht unter Verdacht, Mitarbeiterinnen vergewaltigt sowie sexuell belästigt zu haben.

Masus schlägt dem Gericht vor, dass Katsav zumindest vorübergehend auf sein Amt verzichten solle. Die Presse hatte vor etwa zwei Wochen berichtet, Masus bereite eine Anklage gegen den Präsidenten vor. Dem Justizministerium und der Polizei zufolge liegt ebenfalls nach Angaben von Mitte Oktober Beweismaterial gegen ihn vor. Das Ministerium prüft nun, ob erstmals in der Geschichte Israels Ermittlungen gegen einen amtierender Präsident wegen einer Straftat eingeleitet werden. Letztlich entscheidet aber Masus über eine Anklage.

Auf die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert dürfte der Fall indes kaum Auswirkungen haben, da das Präsidentenamt in Israel vor allem repräsentative Funktionen hat.

Reuters Reuters

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