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Kinostart "World Invasion" "Independence Day" meets James Ryan


Außerirdische greifen L.A. an. Doch eine Handvoll tapferer Marines stellt sich ihnen in den Weg. "World Invasion" ist eine Mischung aus patriotischem Kriegsfilm und "Independence Day" - und schrammt damit hart an der Grenze zur Peinlichkeit entlang.

Irgendwie kommen einem diese Bilder doch sehr bekannt vor. Aliens beschießen aus Raumschiffen die Erde, amerikanische Großstädte gehen in Flammen auf und ganze Landstriche liegen in Schutt und Asche. Regisseur Jonathan Liebesman hat sich für seinen Film "World Invasion - Battle Los Angeles" von Filmen wie Roland Emmerichs "Independence Day" oder Steven Spielbergs "Krieg der Welten" zumindest inspirieren lassen. Der Film sei "exakt das, was ich selbst gern im Kino sehe und schon immer inszenieren wollte", sagt Liebesman laut Produktionsfirma.

Und der Regisseur legt sogar noch eins drauf: Wo bei "Independence Day" unterschiedliche Menschen auf ihre ganz eigene Art gegen die außerirdische Invasion kämpfen, ist es bei "World Invasion" eine geschlossene Einheit der US-amerikanischen Marine.

Zu den bekannten Bildern des Alien-Angriffs gesellt sich also auch noch die Ästhetik klassischer, patriotischer, US-amerikanischer Kriegsfilme. "World Invasion" ist so etwas wie "Independence Day" mit Bodentruppen - und so vorhersehbar, dass die zwei Stunden im Kinosessel sich trotz unzähliger Explosionen und Schießereien sehr in die Länge ziehen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Staff Sergeant Michael Nantz, der sich nach einer missglückten Mission, bei der er viele seiner Männer verlor, eigentlich vom Militär zurückziehen wollte. Nantz wird gespielt von Aaron Eckhart, dem zum "Two Face" mutierten "White Knight" aus dem gleichnamigen Batman-Film, und er spielt den alternden Kriegshelden wie er im Buche steht - ohne zu lächeln und mit einem einzigen Ziel: sein Land zu retten.

Als die Aliens - deren Raumschiffe zunächst für Meteoriten gehalten werden - kommen, muss Nantz seine Rente verschieben und gemeinsam mit einer kleinen Truppe ein paar Zivilisten aus der Sperrzone retten. Die Luftwaffe will einen Vorort von Los Angeles bombardieren, um den Vormarsch der Aliens zu stoppen. Schnell ist klar: Die Soldaten sind auf sich allein gestellt. "Das 2. Bataillon, 5. Marines - aka 2/5 - in Camp Pendleton ist die letzte Hoffnung der menschlichen Rasse im Kampf gegen die Aliens", schreibt Sony Pictures.

Was folgt, sind (ziemlich brutale) Bilder, die man alle so oder so ähnlich schon einmal gesehen hat. Soldaten schleichen sich - fast wie in einem Videospiel - durch enge Gassen, immer in Angst vor dem nächsten Hinterhalt. Sterbende Soldaten sprechen ihre ebenso tapferen wie rührenden letzten Worte. Einer hat noch einen Brief an seine Frau, ein anderer sagt heroisch "Lasst mich zurück". Und am Schluss gibt es natürlich die obligatorische heldenmutige Ansprache des Truppenchefs - und die Soldaten, die sich ihrem Anführer nach anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich doch treu und bedingungslos loyal anschließen.

Einzig einmal gelingt es dem Film, den Zuschauer zu berühren. Ganz am Anfang, als die Raumschiffe der Aliens im Wasser landen und eine riesige Welle den Strand überflutet, werden - wie bei allen Katastrophenfilmen in diesen Tagen - Erinnerungen an den schrecklichen Tsunami in Japan wach.

Ansonsten aber schrammt der Film immer wieder gefährlich nah an der Grenze zur unfreiwilligen Komik entlang - immer wieder überschreitet er diese Grenze. Wäre "World Invasion" als Parodie auf alle Alien- und Kriegsfilme dieser Welt gedacht, wäre der Film fast sogar geglückt. Er ist aber wohl ernst gemeint.

Britta Schultejans, DPA DPA

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